Donnerstag, 18. Juli 2024
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Kritik an Segnung für gleichgeschlechtliche Paare für Papst Franziskus „Heuchelei“

Die Entscheidung des Vatikans, auch schwulen und lesbischen Paaren die Möglichkeit der Segnung zu geben, hat in weiten Kreisen der römisch-katholischen Kirche für Empörung gesorgt. Nun hat Papst Franziskus diese Kritik als "Heuchelei" zurückgewiesen.

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Deutliche Worte findet Papst Franziskus in einem aktuellen Interview: „Niemand ist schockiert, wenn ich einen Unternehmer segne, der vielleicht Menschen ausbeutet, was eine sehr schwere Sünde ist“, sagte er gegenüber der Zeitschrift Credere : „Aber sie sind empört, wenn ich den Segen einem Homosexuellen gebe. Das ist Heuchelei!“

Konservative Kreise machen gegen die Erklärung des Vatikans mobil

Damit bezieht er sich auf die Kritik konservativer Kreise an den Leitlinien, die Mitte Dezember in der Erklärung „Fiducia Supplicans“ veröffentlicht worden waren. Sie ermöglichen es, unter strengen Einschränkungen schwule und lesbische Paare zu segnen.

Die kirchliche Lehre, dass Homosexualität selbst Sünde sei, werde davon nicht berührt, betont der Vatikan. Mit dem Segen würde nicht die Partnerschaft an sich anerkannt, so der 87-Jährige. Gesegnet würden „nicht die Vereinigung, sondern einfach die Personen, die gemeinsam darum gebeten haben“.

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Besonders aus Afrika gab es harsche Kritik

Während der Erlass in Österreich oder Deutschland begrüßt wurde, gab es aus anderen Ländern teils harsche Kritik: Sowohl in Ungarn als auch in Polen machten die jeweiligen Bischofskonferenzen klar, dass sie keine gleichgeschlechtlichen Paare segnen werden.

Besonders heftig war die Kritik aus Afrika, wo alle Bischofskonferenzen mit Ausnahme der nordafrikanischen Staaten bekanntgaben, keine schwulen und lesbischen Paare zu sehnen. Eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare würde „gegen Gottes Gesetz, die Gesetze unseres Landes, die Lehren der Kirche und das kulturelle Empfinden unseres Volkes gehen“, heißt es etwa vom Vorsitzenden der nigerianischen Bischofskonferenz.

In vielen Ländern Afrikas ist Homosexualität noch ein Verbrechen

In vielen Ländern Afrikas werden gleichgeschlechtliche Handlungen noch heute verfolgt, bis hin zur Todesstrafe. Ende Jänner hatte der Papst zu Kritik aus Afrika deshalb gemeint, es handle sich um einen “speziellen Fall“, da Homosexualität in vielen Teilen Afrikas als „schlecht“ angesehen wird und dort nicht toleriert werde.

Die römisch-katholische Kirche steht in Afrika auch oft im Wettbewerb mit US-finanzierten evangelikalen Kirchen, die bei Homosexualität eine härtere Gangart vorlegen – die bei der Bevölkerung oft gut ankommt.