Samstag, 20. April 2024
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Nicht-binärer Teenager stirbt nach Angriff auf Schulklo: Autopsie liefert erste Ergebnisse

Ein mögliches Hassverbrechen auf der Mädchentoilette einer High School sorgt in den USA für Empörung. Nun gibt es erste Informationen zur Todesursache.

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Nach einem brutalen Angriff auf der Schultoilette der Owasso High School im US-Bundesstaat Oklahoma ist die nicht-binäre Person Nex Benedict gestorben. Der Vorfall hat auch über die Landesgrenzen hinaus für Entsetzen gesorgt.

Bei dem Vorfall schlugen am 7. Februar offenbar drei ältere Schülerinnen auf der Mädchentoilette der Schule auf Nex, 16 Jahre alt und im Englischen das Pronomen „they“ bevorzugend, und eine weitere trans Person ein. Dabei soll Nex mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen sein.

Erst die Mutter brachte ihr verletztes Kind ins Krankenhaus

Die Schule hatte nach dem Vorfall weder die Rettung noch die Polizei gerufen, kritisierte Nex‘ Mutter Sue Benedict. Im Gegenteil: Nex wurde für zwei Wochen suspendiert. Erst Sue Benedict brachte Nex ins Krankenhaus: Ihr Kind hatte im ganzen Gesicht blaue Flecken und Kratzer am Hinterkopf.

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Am Morgen nach dem Vorfall kollabierte Nex zuhause im Wohnzimmer. Beim Eintreffen des Krankenwagens habe Nex der Mutter zufolge bereits nicht mehr geatmet. Wenig später starb Nex im Krankenhaus.

Erstes Ergebnis der Autopsie: Nex starb nicht an den Folgen eines Traumas

Wie die Polizei am Mittwochabend bekanntgab, ergab eine Autopsie, dass Nex nicht an den Folgen eines Traumas starb. „Weitere Aussagen zur Todesursache sind erst möglich, wenn die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchung und anderer zusätzlicher Tests vorliegen“, heißt es.

Der offizielle Autopsiebericht wird erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Die Ermittlungen wegen des Vorfalles in der Toilette dauerten noch an, so die Polizei.

Die Schule weist jede Schuld am Tod von Nex zurück

Die Owasso High School betonte in einer Stellungnahme ihre Verpflichtung, eine Umgebung zu fördern, in der sich jeder gehört, unterstützt und sicher fühlt. Sie beklagte „Spekulationen und Falschmeldungen“, die in dieser Causa kursieren. Aufgrund der laufenden Ermittlungen und „aus Respekt und der Vertraulichkeit gegenüber allen Beteiligten“ möchte man sich dazu aber nur eingeschränkt äußern.

Der Schule zufolge habe die Auseinandersetzung höchstens zwei Minuten gedauert und sei durch Schüler:innen und eine Lehrkraft beendet worden. Eine medizinische Begutachtung der Beteiligten habe die Notwendigkeit, die Ambulanz zu rufen, nicht ergeben.

Nach trans-feindlichen Gesetzes wurde Nex zum Opfer von Mobbing

Nex wurde bereits seit Beginn des Jahres zum Ziel von Mobbing an der Schule – einige Monate nachdem der Gouverneur von Oklahoma, Kevin Stitt, ein Gesetz unterzeichnet hatte, das trans Schüler:innen vorschreibt, die Toiletten und Umkleidekabinen ihres Geburtsgeschlechts zu benutzen.

LGBTI-Bürgerrechsgruppen haben Nex‘ Tod als „Hassverbrechen“ bezeichnet, ein direktes Ergebnis der „hasserfüllten Rhetorik und diskriminierenden Gesetzgebung, die sich gegen trans Jugendliche in Oklahoma richtet“, so die Bürgerrechtsorganisation ACLU.

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