Freitag, 19. April 2024
"Norwegian Dream" bietet eine tiefgehende Darstellung junger queerer Liebe und sozialer Missstände in Norwegen, leidet jedoch unter einer überstürzten Erzählung. Der Film ist dennoch ein sehenswerter Beitrag zum queeren Kino.
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[Video] „Norwegian Dream“: Junge queere Liebe in der Fischfabrik

Mit „Norwegian Dream“ liefert der Regisseur Leiv Igor Devold ein bemerkenswertes Debüt ab. Die junge queere Liebe zwischen einem polnischen Arbeiter und seinem einheimischen Kollegen überzeugt durch die Leistung der Darsteller. An einigen Stellen zeigt der Film jedoch Schwächen.

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„Norwegian Dream“ ist ein bemerkenswertes Regiedebüt von Leiv Igor Devold, das eine vielschichtige Erzählung über junge queere Liebe, Homophobie, Rassismus und die Kämpfe der Arbeiterklasse in der malerischen Kulisse Norwegens entfaltet.

Der 19-jährige Robert entdeckt in einem neuen Land ein neues Leben

Der Film folgt dem 19-jährigen polnischen Einwanderer Robert, gespielt von Hubert Milkowski, der in Norwegen in einer Fischfabrik arbeitet, um seine Mutter finanziell zu unterstützen. Dort entwickelt er Gefühle für seinen Kollegen Ivar, dargestellt von Karl Bekele Steinland, der offen schwul ist und sich für die Rechte der Arbeiter einsetzt.

Die beiden Hauptdarsteller liefern eine fesselnde Leistung, die das Publikum auf eine emotionale Reise durch ihre komplizierte Beziehung führt. Robert, der eine traumatische Erfahrung mit Homophobie in Polen gemacht hat, findet in Norwegen kein sicheres Umfeld, um seine Sexualität offen zu leben, was zu Konflikten und innerem Zwiespalt führt.

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Der Film thematisiert auch die Ausbeutung von Immigranten und die Schwierigkeiten, die sie beim Aufbau einer neuen Existenz in einem fremden Land erleben.

Manchmal hätte dem Film etwas mehr Zeit zum Erzählen gut getan

Trotz der starken Darstellungen und der einnehmenden Handlung wirkt der Film an manchen Stellen überstürzt – wahrscheinlich wäre mehr Zeit für bestimmte Aspekte der Geschichte und der Entwicklung der Charaktere zugute gekommen. Besonders die Beziehung zwischen Ivar und seinem Vater sowie Ivars Kampf gegen Rassismus hätten mehr Tiefe vertragen.

Ebenso hätte die Darstellung von Roberts und Ivars Träumen und Hoffnungen für die Zukunft etwas ausführlicher sein können, um den Zuschauern ein vollständigeres Bild ihrer Persönlichkeiten und Beweggründe zu vermitteln.

Ein bedeutender Beitrag zum queeren Kino

„Norwegian Dream“ ist nichts desto trotz ein eindrucksvoller Film, der wichtige Themen wie queere Liebe, soziale Ungerechtigkeit und die Suche nach Identität und Zugehörigkeit aufgreift. Er bietet einen bedeutenden Beitrag zum queeren Kino, indem er die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Herausforderungen, denen sich queere Menschen gegenübersehen, aufzeigt.

Trotz dieser kleineren Schwächen in der Erzählstruktur und Entwicklung bleibt der Film ein sehenswertes Werk, das zum Nachdenken anregt und die Zuschauer emotional berührt.

Norwegian Dream
NOR/PL/D 2023, Drama/Romanze, 97 Minuten
Regie: Leiv Igor Devold | Besetzung: Hubert Milkowski, Karl Bekele Steinland, Edyta Torhan

"Norwegian Dream" bietet eine tiefgehende Darstellung junger queerer Liebe und sozialer Missstände in Norwegen, leidet jedoch unter einer überstürzten Erzählung. Der Film ist dennoch ein sehenswerter Beitrag zum queeren Kino.[Video] "Norwegian Dream": Junge queere Liebe in der Fischfabrik
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