Mittwoch, 24. Juli 2024
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Klare Kante gegen Homophobie: Drei Rapid-Spieler fehlen in der Nationalmannschaft

Klare Kante gegen Homophobie bei der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft: Weil sie an schwulenfeindlichen Gesängen teilgenommen haben, lässt Teamchef Ralf Ragnick drei Kicker beim Trainingslager und den beiden kommenden Testspielen zu Hause.

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Es war ein Wiener Derby, bei dem bald niemand mehr über das Ergebnis sprach: Denn nach ihrem 3:0-Sieg über die Wiener Austria wurden mehrere hochrangige Rapidler dabei gefilmt, wie sie schwulenfeindliche Schmähsprüche über ihren Gegner skandieren.

Nach den Bundesliga-Sperren folgt die Nichtberufung ins Nationalteam

Die Fußball-Bundesliga sprach daraufhin teils unbedingte Strafen gegen den Rekordmeister aus, Rapid selbst gelobte Besserung und versprach ein Konzept gegen Schwulenhass im Stadion. Nun hat der Skandal auch Konsequenzen für die Nationalmannschaft.

Denn der ÖFB-Teamchef hat sich entschlossen, bei der aktuellen Nominierung auf einige der beteiligten Spieler zu verzichten. Marco Grüll, der nach Bremen wechseln wird, Guido Burgstaller und Torwart Niklas Hedl fehlen sowohl beim Trainingslager in Marbella als auch bei den Testspielen gegen die Slowakei am 23. März in Bratislava und die Türkei am 26. März in Wien.

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Ragnick: „Das ist etwas, das ich in einer Mannschaft nicht tolerieren werde“

Und Ragnick macht auch deutlich, dass die homophoben Gesänge der Grund sind, warum die drei Rapid-Spieler zu Hause bleiben. „Das ist etwas, das ich in einer Mannschaft, wo ich Trainer bin – egal ob im Verein oder hier bei der Nationalmannschaft – nicht tolerieren werde“, so der aus Deutschland stammende Spitzentrainer bei der Bekanntgabe des Kaders am Montag. 

Ragnick erwartet sich, dass sich die betroffenen Spieler mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen „und verstehen, was es für Menschen bedeutet, wenn sie auf so eine Art und Weise öffentlich beleidigt oder diskriminiert werden“ – dann könnte es eine Rückkehr in die Nationalmannschaft geben. 

Eine telefonische Entschuldigung der Kicker war Ragnick zu wenig

Medienberichten zufolge haben sich Grüll, Burgstaller und Hedl letzte Woche beim Trainer telefonisch für ihr Verhalten entschuldigt. Für Ragnick war das offenbar zu wenig: „Entschuldigung als Lippenbekenntnis ist noch keine Entschuldigung“, so der Trainer.

Der Strafsenat der Bundesliga hatte nach dem Eklat sämtliche Beteiligten zu teils unbedingten Sperren verurteilt. Torhüter Niklas Hedl wurde für ein Pflichtspiel unbedingt und für zwei bedingt gesperrt, Kapitän Marco Grüll für je drei Spiele bedingt und unbedingt. Guido Burgstaller wurde für sechs Pflichtspiele gesperrt, davon drei Spiele unbedingt, Thorsten Schick für fünf Spiele, davon zwei unbedingt, und Maximilian Hofmann für drei Spiele, davon eines unbedingt.

Die Sperre von Hedl wurde nach einer Berufung von Rapid auf drei Spiele bedingt umgewandelt, bei Grüll änderte sich die Sperre auf zwei Matches unbedingt und drei Spiele bedingt. Beim 22 Jahre alten Hedl sei unter anderem dessen Alter ein Milderungsgrund gewesen. „Zusätzlich stand er eher am Rand und war von allen Spielern am wenigsten aktiv beteiligt“, so die Bundesliga.