[Video] US-Präsident Obama in Kuba: LGBT-Rechte sind Fortschritt

Lob an die Demokratie in historischer Rede

In seiner historischen Rede in Havanna hat US-Präsident Barack Obama auch die Wichtigkeit von Schwulen- und Lesbenrechten betont. Obama hat als erster US-Präsident seit 88 Jahren die kommunistisch regierte Insel besucht.

„Ich bin gekommen, um die letzten Überreste des Kalten Krieges in Amerika zu begraben“, begann Obama am Dienstag seine mit Spannung erwartete Rede im Großen Theater zu Havanna. Dabei betonte er die „enormen Errungenschaften“ demokratischer Gesellschaften.

Obama will Probleme durch Demokratie lösen

Es gebe noch immer große Probleme in der US-Gesellschaft, gestand der Präsident ein. „Aber Demokratie ist der Weg, mit der wir sie lösen“, so Obama weiter. „So haben wir enorme Fortschritte bei Frauenrechten, bei Rechten für Schwule und Lesben erreicht“.

Als Beispiel für den Fortschritt, den demokratische Staaten machen können, nannte Barack Obama seine eigene Geschichte: Seine Eltern, eine weiße Mutter und ein schwarzer Vater, durften rechtlich nicht heiraten, als er geboren wurde. Heute sind Eheschließungen zwischen verschiedenen Ethnien in den USA Alltag – genauso wie schwule oder lesbische Ehepaare.

Durch Vermittlung von Papst Franziskus haben Kuba und die USA im Juli ihre diplomatischen Beziehungen nach Jahrzehnten wieder aufgenommen. Obama versicherte bei seinem Besuch: „Das Embargo wird zu einem Ende kommen.“ Die über 50 Jahre andauernde Blockade habe weder den USA noch Kuba genutzt. Nun sei es an der Zeit, etwas anders zu machen.

Tochter des Staatschefs als Fürsprecherin für LGBT

Homosexualität ist in Kuba legal. In vergangenen Jahrzehnten sind vor allem schwule Männer in kommunistische Umerziehungslager gesteckt worden. Das hat sich in den letzten Jahren geändert: Mariela Castro, Tochter von Präsident Raul Castro, setzt sich für die Rechte sexueller Minderheiten ein. Auch hat die die erste Lesben- und Schwulenparade in Havanna initiiert. Eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare gibt es in Kuba allerdings noch nicht.