„Gigant“ im Kampf gegen Aids: Forscher Mark Wainberg ist tot

Der Forscher starb unerwartet auf einem Urlaub in Florida

Mark Wainberg
McGill University

Der international renommierte Aids-Forscher Mark Wainberg ist tot. Das gab UNAIDS, die UNO-Organisation zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit, bekannt. Er wurde 71 Jahre alt. Wie Radio Canada berichtet, ist er bereits am Mittwoch vor der Küste von Bal Harbour im US-Bundesstaat Florida beim Schwimmen ertrunken.

Mark Wainberg forschte bis zuletzt gegen den HI-Virus

Wainberg ist einer der Pioniere im Kampf gegen das HI-Virus. Er war als informeller Berater für UNAIDS tätig. Seine Arbeit habe dazu beigetragen, „Millionen Menschenleben zu retten“, erklärte UNAIDS-Chef Michel Sidibe. Zum Zeitpunkt seines Todes leitete er die Aids-Forschungsabteilung am Lady-Davis-Institut für medizinische Forschung am Jüdischen Generalkrankenhaus in Montreal sowie das Aids-Zentrum an der McGill-Universität, ebenfalls in Montreal.

Von 1998 bis 2000 leitete Mark Wainberg die Internationale Aids-Gesellschaft (IAS). Seine Nachfolgerin in dieser Position, Linda-Gail Bekker, sagte in einer Stellungnahme, die Forschergemeinde habe „einen unserer leidenschaftlichsten Kämpfer“ verloren.

Kritische Stimme im Umgang mit Pharmafirmen und Mahner von Politikern

Er war unter anderem auch Veranstalter der 13. Internationalen AIDS-Konferenz im Jahr 2000 im südafrikanischen Durban stattfand, zum ersten Mal nicht in einem entwickelten Industriestaat. Bei der 16. Internationalen Aids-Konferenz im kanadischen Toronto 2006 war Wainberg Ko-Vorsitzender.

Wainberg kritisierte immer wieder, dass es beim Kampf gegen HIV und Aids nicht gelungen sei, die großen Pharmafirmen einzubinden. Regierungen und Hilfsorganisationen müssten Wege finden, die Forschung finanziell lukrativer zu gestalten, forderte der Experte. Auch war er ein scharfer Kritiker von Politikern, die Aids ignorieren wollte, wie dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki.