Wenn der Vibrator spioniert: Firma muss Millionen-Entschädigung zahlen

Die Auskunftsfreudigkeit der Geräte kostet den Hersteller fast vier Millionen Dollar

We Vibe
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Insgesamt 3,75 Millionen Euro Entschädigung muss ein kanadisches Startup zahlen, weil die von ihm produzierten Smart-Vibratoren zu kommunikationsfreudig waren und ihre Nutzer ausspioniert haben.

Der Smart-Vibrator sammelt jede Menge Daten über die Nutzer

Die „We Vibe“-Vibratoren von Standard Innovation haben eine Besonderheit: Sie lassen sich über eine Handy-App steuern. Das funktioniert auch aus der Ferne über das Internet. So können voneinender entfernte Paare sich über einen Video- oder Textchat mit dem Partner austauschen und ihnen gleichzeitig auch zumindest virtuell näherkommen.

Der Datentransfer geschieht dabei über Server von Standard Innovation. Doch dabei werden auch personenbezogene Nutzerdaten der Vibratoren gesammelt: Wie oft und wann das Gerät verwendet wurde, die Intensität der Vibration sowie die eingestellte Temperatur – all das funkte der kleine Freudenspender in die Firmenzentrale.

Dass Daten gesammelt wurden, bestreitet die Firma auch gar nicht. Allerdings bestreitet sie, dass die Daten grundsätzlich  personenbezogen und nicht sicher vor fremden Zugriffen seien. Eine gewagte Aussage – war es doch im letzten Jahr neuseeländischen Hackern gelungen, die „We Vibe“-Toys zu hacken.

Richterin segnet Sammelklage ab: 10.000 Dollar für jeden Kunden

So erfuhren auch die Benutzer, dass ihre hochpersönlichen und sensiblen Daten an die Firma weitergegeben wurden. Sie meinten auch, dass die gesammelten Daten sehr wohl einzelnen Personen zugeordnet werden können – und reichten eine Sammelklage ein.

Im März einigten sich die beiden Streitparteien: Standard Innovation zahlt jedem Kläger 10.000 US-Dollar, das sind insgesamt 3,75 Millionen US-Dollar. Nun hat auch Richterin Virginia M. Kendall vom US-Bundesbezirksgericht in Illinois dem Vergleich zugestimmt. Er ist damit rechtskräftig.