Berlin: Schwuler wurde im Vorbeigehen beleidigt und getreten

Der verstörende Vorfall ereignete sich an einer Kreuzung im Stadtteil Rummelsburg

Polizei
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In Berlin ermittelt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes, nachdem es gestern Nachmittag im Stadtteil Rummelsburg zu einer homophoben Beleidigung mit Körperverletzung gekommen war.

An der Kreuzung wurde ein 30-Jähriger beleidigt und dann getreten

Wie die Polizei berichtet, war ein 30-Jähriger gegen 17.30 Uhr an der Kreuzung Fischerstraße/Lückstraße unterwegs. Dabei kam ihm ein Unbekannter entgegen. Der Mann soll ihn Zeugen zufolge im Vorbegehen wegen seiner sexuellen Orientierung beleidigt und anschließend getreten sein.

Anschließend soll der Unbekannte einfach weitergelaufen sein. Das 30 Jahre alte Opfer wurde bei dem Vorfall leicht verletzt. Eine genauere Beschreibung des Verdächtigen wurde von der Polizei nicht veröffentlicht.

Berliner Polizei bennent homophobe Straftaten

Die Berliner Polizei ist die einzige Sicherheitsbehörde im deutschen Sprachraum, die sämtliche homophoben Vorfälle in der Stadt veröffentlicht und auch so benennt. Demnach gab es im letzten Jahr in der deutschen Hauptstadt insgesamt 162 Delikte gegen Angehörige sexueller Minderheiten, darunter 44 Gewalttaten. Die Dunkelziffer dürfte höher sein.

Zuletzt wurde in Berlin letzten Samstag einem 19-Jährigen ins Gesicht geschlagen, weil er schwul ist. Ende September wurde ein schwuler Radfahrer im Stadtteil Kreuzberg von drei Männern zunächst homophob beleidigt und dann verprügelt. Auch der Nollendorfkiez in Schöneberg, das Zentrum der Community, ist mittlerweile kein Platz mehr, um als Schwuler oder Lesbe sicher vor Hassverbrechen zu sein. So gibt es dort fast jeden Monat eine homophobe Straftat.