26-Jähriger in Berlin schwulenfeindlich beschimpft, geschlagen und bestohlen

In Gesundbrunnen: Gruppe Männer überfiel den jungen Mann

Polizei Berlin
Symbolbild

In Berlin ist es in der Nacht auf heute erneut zu einem schwulenfeindlichen Verbrechen gekommen: Wie die Polizei mitteilt, ist ein 26-Jähriger in Gesundbrunnen zunächst beschimpft und dann geschlagen und bestohlen worden.

Zunächst wurde der Mann beschimpft, dann wurde er geschlagen

Der junge Mann war an der Prinzenstraße, Ecke Bellermannstraße unterwegs. Ohne Vorwarnung soll er plötzlich von einer Gruppe junger Männer schwulenfeindlich beschimpft worden sein.

Einer von ihnen habe ihn dann zu Boden geschlagen, so der junge Mann gegenüber der Polizei. Dabei seien ihm eine Schachtel Zigaretten und Geld aus der Jacke gefallen. Die Angreifer hätten dann die Gegenstände aufgehoben und eingesteckt.

Ein Täter soll zuerst auf das Opfer eingeredet haben – und schlug dann zu

Besonders hinterhältig: Als der 26-Jährige wieder aufstehen wollte, soll ein anderer Mann aus der Gruppe auf ihn zugekommen sein, zunächst beruhigend auf ihn eingeredet haben – und dann ebenfalls zugeschlagen haben.

Das Opfer konnte in die Gotenburger Straße flüchten. Dort alarmierte es die Polizei. Eine Fahndung nach den mutmaßlichen Tätern verlief allerdings negativ – diese flüchteten in unbekannte Richtung.

Die Polizei hat keine näheren Angaben zu den mutmaßlichen Tätern gemacht. Wie bei allen Hassverbrechen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen.

Zahl der Angriffe auf sexuelle Minderheiten auf hohem Niveau

Die Zahl der Straftaten mit homo- und transphobem Hintergrund steigt in Berlin: Wie erst Anfang der Woche bekannt wurde, wurde im Juni 2017 eine damals 31-Jährige Trans-Frau in einer U-Bahn-Station beleidigt und geschlagen.

Von Jänner bis Oktober 2017 hat es von Jänner bis Oktober 121 Strafanzeigen nach Gewalttaten gegen sexuelle Minderheiten gegeben. Die Bandbreite der gemeldeten Verbrechen reichte von Beleidigungen und Nötigung bis hin zu schwerer Körperverletzung. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein.

Die hohe Zahl von Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten in Berlin hat aber auch noch einen anderen Hintergrund: Berlin ist das einzige Bundesland in Deutschland, in dem die Polizei regelmäßig die Zahlen der Übergriffe auf Grund der sexuellen Orientierung meldet. Zudem gibt es bei der Staatsanwaltschaft eine eigene Ansprechperson für gleichgeschlechtliche Lebensweisen.