Berlin: Zwei junge Schwule von drei Männern angegriffen

Angriff in der Schönhauser Allee: Hintergründe unklar

S-Bahn Berlin
Symbolbild - J. Donath/S-Bahn Berlin

Am Wochenende hat es in der Berliner S-Bahn erneut eine schwulenfeindliche Attacke gegeben. Wie die Polizei mitteilte, soll ein junges Paar von mehreren Schlägern angegriffen worden sein.

Von drei Männern attackiert, auf den Bahnsteig geworfen und dort verprügelt

Die beiden Burschen, 17 und 18 Jahre alt, waren demnach am Freitag gegen 21.00 Uhr in einer S-Bahn in Richtung Storkower Straße unterwegs. Als der Zug in der S-Bahn-Station Schönhauser Allee hielt und sich die Türen öffneten, soll das Paar eigenen Angaben zufolge plötzlich von drei Männern attackiert und aus dem Zug geworfen worden sein.

Dabei stürzten die beiden jungen Männer auf den Boden des Bahnsteigs, dort liegend haben sie die Angreifer weiter geschlagen. Sie konnten vor den Männern flüchten, indem sie sich in eine andere S-Bahn retteten. Daraufhin flüchteten auch die Unbekannten.

Die beiden Burschen wurden bei dem Angriff verletzt. Wie schwer die Verletzungen sind, gab die Polizei nicht bekannt. Sie gingen nach dem Angriff selbst in ärztliche Behandlung. Am Samstag zeigten sie die Tat auf einer Polizeistation an. Die Hintergründe der Tat sind nicht bekannt.

Immer wieder Angriffe auf Schwule in öffentlichen Verkehrsmitteln

Erst am letzten Mittwoch wurde in der S-Bahn-Station Berlin-Adlershof ein Mann festgenommen, der mehrere Personen fremdenfeindlich und homophob beschimpft hatte. Da er sich gegen die Festnahme gewehrt hat, wurde der Mann wegen Beleidigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt.

Und auch sonst können öffentliche Verkehrsmittel in Berlin für sexuelle Minderheiten ein Risiko sein: Am letzten Wochenende wurde in der deutschen Hauptstadt ein 28-Jähriger in der U-Bahn-Station Hermannplatz verprügelt, weil er tanzte und sang und damit einer Gruppe Männer zu schwul vorkam. Beamte in Zivil konnten den Schläger fassen.

Doch der Eindruck, dass Berlin für Lesben und Schwule gefährlicher wäre als andere Großstädte, täuscht: Die Berliner Polizei macht als einzige Behörde einer deutschsprachigen Großstadt den homo- oder transfeindlichen Hintergrund von Straftaten deutlich. Auch werden die Taten sorgfältiger kategorisiert – was verglichen mit anderen Städten ebenfalls zu höheren Zahlen führt.