ÖVP: Erster Widerstand in den eigenen Reihen

Ein Aufschrei zu den ÖVP-Plänen für eine Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare kommt vom sonst eher unauffälligen „Europäischen Freiheitsinstitut“ in Wien-Alsergrund. Deren Familiensprecherin Sissi Potzinger, Gemeinderätin der Grazer Volkspartei, schreit auf: „Hunderttausende christlicher Wähler würden verprellt, wenn von den vielen, oft sehr guten Vorschlägen der Perspektiven 2010 ausgerechnet der ‚Homo-Pakt‘ als erste und einzige Forderung umgesetzt würde, obwohl er gar kein offizieller Vorschlag der dafür zuständigen Arbeitsgruppe „Familie und Recht“ war, sondern nur die Extremste der verschiedenen Meinungsäußerungen innerhalb der Gruppendiskussion.“

Es folgt eine Belehrung in Geografie: Die Partnerschaft vor dem Notar zu besiegeln reiche, „sowie es in vielen EU-Ländern (Frankreich, Bayern) üblich ist.“ Womit Edmund Stoiber wohl jahrelang EU-Regierungschef war, ohne es zu wissen. Außerdem müsse ein entsprechender „Pakt“ auch heterosexuellen Paaren offen stehen: „Wenn z.B. zwei Arbeitskolleginnen die Wohnung teilen und auch die Freizeit miteinander verbringen und füreinander einstehen, müssen sie nach diesem Vorschlag eine lesbische Beziehung vortäuschen, wenn sie auch in den Genuss solcher Möglichkeiten kommen wollen?“, gibt das Friedensinstitut ein aus dem Leben gegriffenes Beispiel zu bedenken.