CSD Brünn: Polizei verbietet rechte Gegendemos

Auch andere Konservative wollen demonstrieren

Regenbogenflagge
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Die tschechischen Behörden haben zwei schwulenfeindliche Demonstrationen untersagt, die den ersten CSD in Brünn am Samstag stören wollten. Der Marsch wird die erste Parade von Schwulen und Lesben in der Geschichte Tschechiens sein.

Eine rechtsnationalistische Gruppe und die Nationalpartei wollten einen Block vom CSD entfernt eine Demonstration abhalten. In einer Stellungnahme der Nationalpartei heißt es: „Das Ziel der Parade ist nichts anderes, als Druck auf die Mehrheit auszuüben. Dieser ekelhafte Druck hat die Absicht, dass die Gesellschaft die Adoption von Kindern von homosexuellen Paaren akzeptiert.“ Diese Demonstration wurde nun untersagt, allerdings haben auch andere konservative Gruppen angekündigt, vor Ort gegen die Parade demonstrieren zu wollen.

Seit dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union haben Lesben und Schwule in unserem Nachbarland immer mehr Rechte bekommen: So hat das Parlament im Jahr 2005 Eingetragene Partnerschaften für homo- und heterosexuelle Paare beschlossen, ein Veto von Präsident Vaclav Klaus wurde im März 2006 überstimmt. In der kommunistischen Tschechoslowakei war Homosexualität ab 1961 legal.