Britischer Geheimdienst sucht schwule Agenten

Der britische Geheimdienst MI5 geht neue Wege in der Rekrutierung von Mitarbeitern: So suchen die Vorbilder von James Bond jetzt gezielt schwule und lesbische Geheimagenten.

Wie die konservative Zeitung „Sunday Telegraph“ berichtet, arbeitet die Personalabteilung des MI5 mit der britischen Schwulen- und Lesbenorganisation Stonewall zusammen. Im neuesten Stonewall-Jahrbuch der schwulen- und lesbenfreundlichen Arbeitgeber wird zum ersten Mal auch der MI5 aufgelistet.

„Ich bin optimistisch, dass sich der Dienst in zehn bis 15 Jahren so gewandelt hat, dass seine Einstellungskriterien völlig jenen im Rest des modernen Großbritannien entsprechen“, sagt Stonewall-Direktor Ben Summerskill der Zeitung. „Es gibt doch keinen Grund, dass dort nicht eine Lesbe oder ein Schwuler Generaldirektor sein könnte“, so der Stonewall-Chef weiter. Der Hintergrund für die Öffnung des MI5 hat auch persönliche Hintergründe: Summerskill ging mit dem heutigen MI5-Chef Jonathan Evans gemeinsam in die Schule.

Ein Regierungsbeamter bestätigte die künftige Kooperation zwischen MI5 und Stonewall: „Der Geheimdienst will das gesamte Spektrum der britischen Gesellschaft abbilden.“ Stonewall berät den Geheimdienst bereits jetzt, wie man ein vertrauensförderndes Klima schaffen kann, um das „Coming-out“ der Agenten so angenehm wie möglich zu gestalten.

Bis Anfang der 90er Jahre durften britische Behörden keine Schwule und Lesben in wichtigen Positionen beschäftigen, weil sie als erpressbar galten.

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