Berlin: Runder Tisch bringt Migranten und Homosexuelle zusammen

In Berlin soll ein Runder Tisch helfen, die Vorurteile von Migranten gegenüber Homosexuellen abzubauen. Der Senatsbeauftragte für Integration und Migration, Günter Piening, will im Oktober Vertreter der schwul-lesbischen Szene und der islamischen Gemeinschaften dazu einladen. Offenheit gegenüber Homosexualität sei vor allem bei traditionalistischen Einwanderergruppen „ungenügend ausgeprägt“, erklärt Piening.

Mit dem Runden Tisch will Piening die teilnehmenden Vereine und Verbände stärker in die Pflicht nehmen. Ein Schwerpunkt der Diskussionsrunde wird die Situation von Lesben und Schwulen aus Einwandererfamilien sein. Sie machen deutlich, „dass unterschiedliche sexuelle Orientierung auch in den Einwanderergruppen zur Lebenswirklichkeit gehört“.

In Berlin haben sich in den letzten Monaten Gewalttaten gegen schwule Männer gehäuft, oft werden Migranten dafür verantwortlich gemacht. In einer arabischen Gratis-Zeitung, die in Berlin erscheint, hat ein selbsternannter Experte gewarnt, einem Homosexuellen „die Hand zu schütteln, denn man weiß nie, was für Bakterien und Keime sich an seiner Hand befinden“.