Straches Homo-Sprüche gegen Haider und Schmidt

Mit einem einzigen Satz hat es der freiheitliche Spitzenkandidat Heinz Christian Strache geschafft, seine beiden Konkurrenten Jörg Haider und Heide Schmidt unterschwellig als homosexuell zu bezeichnen. Beim FPÖ-Wahlkampfauftakt in Linz sagte er nach einem Bericht der Tageszeitung „Der Standard“ über Jörg Haider, er sei „die weibliche Heide Schmidt“.

Das freiheitliche Wählerspektrum ist traditionell schwulenfeindlich eingestellt. Solche Bemerkungen sollen rechtskonservative Wähler davon abhalten, das BZÖ (und damit nach der unterschwelligen Diktion der FPÖ eine „Schwulenpartei“) zu wählen. Dass dem freiheitlichen Feindbild Heide Schmidt im gleichen Satz zumindest unterstellt wird, männlich zu wirken, passt ins Frauenbild der FPÖ. Bei den Freiheitlichen sieht man das Weibe lieber als treusorgende Mutter am Herd und nicht als engagierte Bürgerrechtlerin.

Es ist nicht das erste Mal, dass die FPÖ in diesem Wahlkampf versucht, Jörg Haider mit Bemerkungen über sein Sexualleben für ein rechtes Publikum unwählbar zu machen. Anfang Oktober ätzte FPÖ-General Harald Vilimsky: „Der schwer in die Jahre gekommene Jörg Haider vergnügt sich im Tollhaus nicht nur mit Knaben“, wollte diesen Satz einen Tag später aber anders verstanden wissen. „Zur heutigen Berichterstattung des Fellner-Verschenkblättchens Österreich, das mit klassischer Boulevardaufmachung höchst billig nach Käufern giert, stellt FPÖ-Generalsekretär NAbg. Harald Vilimsky fest, daß er in seiner den Fellnerschen Verzerrungen zugrundeliegenden Aussendung keinem der genannten Politiker Homosexualität vorwirft“, so eine FPÖ-Presseaussendung am folgenden Tag.