Neuer Anschlag auf Berliner Homo-Mahnmal

In Berlin ist in der Nacht auf heute ein neuer Anschlag auf das Homo-Mahnmal verübt worden. Das berichtet das Online-Magazin queer.de auf seiner Homepage.

Das Glasfenster, von dem aus die Betrachter ein Endlosvideo eines Kusses zwischen zwei Männern sehen können, ist gesplittert. Die Polizei vermutet, dass ein Stein auf das Fenster geschlagen wurde. Nachdem ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann, hat sich der Staatsschutz eingeschaltet.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Mahnmal, das an die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erinnert, Ziel eines Gewaltanschlags wurde. Bereits im August wurde das Fenster des Mahnmals eingeschlagen. Die Täter konnten nicht gefunden werden. Trotzdem lehnte der Berliner Senat eine Video-Überwachung des Mahnmals ab, um dessen offenen Charakter zu bewahren.

Die Community verurteilt den erneuten Anschlag: „Der erneute Anschlag zeigt, wie präsent Homophobie in Deutschland noch ist. Es darf in Deutschland keine Toleranz für Gewalt und Hass gegen Minderheiten geben“, erklärt der Volker Beck, offen schwuler Klubchef der deutschen Grünen. „Dass zwei küssende Männer – wie im Mahnmal gezeigt – Wut und Gewalt hervorrufen, macht fassungslos und mahnt uns alle zu mehr Aktionen und Aufklärung gegen Homophobie“, so Beck weiter.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg ruft deshalb zu einer Mahnwache auf. Diese soll am 19. Dezember um 12.30 Uhr stattfinden. An einer Mahnwache nach der ersten Beschädigung des Mahnmals nahmen 250 Teilnehmer teil, Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister Berlins, hielt eine Ansprache.