Münchner Mutter macht gegen Cruising-Area mobil

In München sorgt eine Cruising-Area unter Aufregung bei den Anrainern. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet, ist das Treiben im Kapuzinerhölzl sogar Thema bei der Stadtverwaltung.

Eine besorgte Bürgerin wurde schon öfter beim Bezirksausschuss, dem Kdreisverwaltungsreferat, der Polizei und dem Münchner Oberbürgermeister Christian Ude vorstellig. Sie macht sich Sorgen um ihre Kinder: Immer wieder hätten Kinder beim Spielen Männer beobachtet, die sich dort getroffen haben. In dem Waldstück sind mittlerweile Kondome und Taschentücher verstreut, auch Pornohefte oder eine an einen Baum gefundene Damenstrumpfhose wurde gefunden, klagte die besorgte Bürgerin ihr Leid: Sie habe nichts gegen Schwule, dass deren Treffpunkt allerdings in einem Wäldchen mitten in einem Wohngebiet liege, findet sie nicht akzeptabel.

Der Polizei ist das Problem bekannt. Sie geht bereits seit dem Sommer in dem Gebiet Streife, dadurch habe sich die Situation verbessert, meint Klaus Kellerer, Leiter der Polizeiinspektion Moosach. „Wir sind tätig, und das spricht sich in der Szene auch rum“, erklärt Kellerer der SZ. Es wurde auch schon eine Geldstrafe verhängt, auch ein Strafverfahren ist anhängig. Der Nachweis, dass die Männer dort etwas Verbotenes machen – wie Erregung öffentlichen Ärgernisses – ist schwierig, denn „niemand kann Männern verbieten, dort spazieren zu gehen“, so der Polizist.

Um die Cruising Area sauber zu halten, wurden die Forstverwaltung und das Amt für Abfallwirtschaft informiert.

Auch Stadtrat Thomas Niederbühl von der Münchner „Rosa Liste“ ist das Problem mittlerweile bekannt: „Solche Konflikte wie dort gibt es an vielen Orten.“ Cruising Areas haben in der schwulen Szene eine lange Tradition, erklärt er. Dass die Männer aber am Nachmittag in der Öffentlichkeit Sex haben, kann auch er nicht gutheißen. „Aber permanente Kontrolle, Diskriminierung und Vertreibung kann es auch nicht sein“, gibt Niederbühl zu bedenken. Das würde nur zu einer Verlagerung führen. Er schlägt einen gemeinsamen Runden Tisch unter Federführung der städtischen Koordinierungstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen vor.

Probleme mit Cruising-Areas gibt es in vielen Städten. In Berlin versuchen Organisationen an die gute Kinderstube der Cruiser zu appellieren, in Amsterdam wurde Cruising im Vondelpark hingegen vollkommen freigegeben.