Berlin will Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit bekämpfen

Die Berliner Stadtpolitik will verstärkt gegen Homophobie in all ihren Formen vorgehen. Deshalb hat die Koalition aus SPD und Linken eine aus 26 Punkten bestehende Initiative gegen Homophobie vorgestellt.

Unter anderem soll es eine bessere Aufklärung von Jugendlichen geben. So soll sexuelle Vielfalt zukünftig zum Unterrichtsthema werden. Linken-Landeschef Klaus Lederer meint, in den Schulbüchern der Hauptstadt „könnten ruhig auch mal zweit Väter oder Mütter vorkommen“. Außerdem sollen spezielle Fortbildungen für die Pädagogen an das Thema heranführen.

Außerdem wird geprüft, ob Strafdelikte gegen Homosexuelle künftig gesondert in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden.

Voraussichtlich wird das Programm Anfang April im Abgeordnetenhaus verabschiedet. Wie schnell und mit welchen Geldern dieser Masterplan gegen Homophobie umgesetzt werden soll, darüber will sich die Koalition noch nicht äußern. Offiziell heißt es, die Mittel werden im nächsten Budget eingeplant. Eine erste Erfolgsbilanz ist für Ende 2010 angesetzt.

Für die Initiative der Berliner Stadtregierung kommt Lob aus der Szene. CSD-Vorsitzender Jan Salloch nannte die Initiative einen „Meilenstein für die Emanzipation von Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Transgendern in dieser Stadt“. „Denn, wenn es gelingt dieses ambitionierte Konzept in den Verwaltungen, Schulen, Jugendeinrichtungen und freien Trägern umzusetzen, haben wir eine bundesweite Vorreiterrolle“, freut sich Saloch.

Beim Lesben- und Schwulen-Verband Berlin-Brandenburg (LSVD) mischt sich in das prinzipielle Lob auch Kritik. LSVD-Sprecher Alexander Zinn bemängelt, dass sich der Antrag nicht um die Ursachen von Homophobie kümmert. „Herausforderungen wie Hass-Rap, die verbreitete Idealisierung archaischer Männlichkeitsbilder, religiöser Fundamentalismus und Rechtsextremismus müssen benannt werden. Es bedarf klarer Vorgaben, dass für diese Bereiche gezielte Präventionsprojekte zu entwickeln sind.“, so Zinn.