Rügen: Ein Drittel der Gänse homosexuell

Fast ein Drittel der Kanadagänse auf der deutschen Ostsee-Insel Rügen ist homosexuell. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

Der Naturführer Norbert Warmbier berichtet der Boulevardzeitung: „Etwa 20 Prozent dieser Zugvögel sind schwul, weitere 12 Prozent lesbisch.“ Dabei zeigen sie „das gleiche Balzverhalten wie die Heteros, zum Geschlechtsakt kommt es aber fast nie!“, wie Warmbier weiter erklärt.

Der Naturexperte Klaus-Dieter Feige bestätigt diese Beobachtungen: „Diese Wildgansart sieht das mit dem Sex nicht so eng. Ganter tun sich zusammen, weil sich das Leben zu zweit einfach besser organisieren lässt.“ Warum die lesbischwule Gans-Community auf Rügen so groß ist – darüber rätseln Experten. Zwar gibt es bei sehr vielen Tierarten – so wie auch beim Menschen – homosexuelle Kontakte, eine so hohe Rate ist aber ungewöhnlich. Vielleicht gibt es zu wenig weibliche Gänse, vermuten Experten. Das erklärt dann aber nicht die lesbischen Gänsepaare.

Norbert Warmbier hat da eine eigene Theorie: „Nester bauen, Eier legen, über Wochen brüten und dann die Jungen aufziehen? Diesen Stress tut sich die moderne Gans aus Amerika nicht an!“, verrät er augenzwinkernd den „Bild“-Reportern.

Die Kanadagans ist die weltweit am häufigsten vorkommende Gans. Es gibt es seit den 1950er Jahren an der Ostseeküste. Die Körperlänge der ausgewachsenen Tiere beträgt 90 bis 100 Zentimeter, die Flügelspannweite 160 bis 175 Zentimeter.