Microsoft: Schwuler Mitarbeiter gemobbt?

Die Spieleabteilung des Software-Riesen Microsoft dürfte ein Problem mit Lesben und Schwulen haben: Jetzt hat ein offen schwuler Videospieldesigner seinen ehemaligen Arbeitgeber wegen Diskriminierung auf umgerechnet 50.000 Euro Schadenersatz geklagt.

Jamie Durrant war elf Jahre lang Game Designer bei Lionhead – als Microsoft das Unternehmen übernommen hat, wurde die Atmosphäre am Arbeitsplatz seinen Schilderungen nach unerträglich. Ab Jänner 2008 bekam er E-Mails mit Betreffzeilen wie „I’m Jim and I’m Gay,” oder “Me and my Favourite Men”. Ein trauriger Höhepunkt war erreicht, als Durrant den Spitznamen „Fag Boy Jim“ (Schwuchtel Jim) gegeben wurde.

Beschwerden bei der Personalabteilung blieben erfolglos. Es wurde ihm zwar versprochen, die offiziellen Firmenrichtlinien zu ändern und an alle Mitarbeiter zu verschicken, aber das ist nie passiert. „Sie haben behauptet, ich sei derjenige mit dem Problem“, erinnert sich Durrant.

Wegen Depressionen ist Durrant jetzt seit sieben Monaten in Krankenstand. Deshalb verlangt er Schadenersatz für die entgangenen Einnahmen und die Diskriminierung.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Microsoft-Gamer der lesbischwulen Community unangenehm auffallen: Beim Online-Dienst „Xbox Live“ sind alle Wörter verboten, die auf die sexuelle Orientierung schließen lassen. Das musste auch vor etwa einem Monat eine Lesbe spüren, deren Account gesperrt wurde – im Gegensatz zu den Usern, die sie beleidigt haben.