Evangelische Kirche will Lesben und Schwule akzeptieren

Ein deutliches Signal für die Anerkennung von Lesben und Schwulen in der evangelischen Kirche kommt vom Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß. Seiner Meinung nach ist Homosexualität aus christlicher Sicht zu akzeptieren. Gottes Liebe gelte allen Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, so Buß.

Zu dieser Anerkennung bedürfe es innerhalb der Kirche aber eines „behutsamen Diskussionsprozesses“, so der leitende Theologe auf dem Evangelischen Kirchentag in Bremen. Wer die biblische Botschaft anders deute, müsse auf diesem Weg „respektvoll und behutsam“ mitgenommen werden, sagte er im Hinblick auf konservative Kräfte innerhalb der Protestanten. Das könne am besten dadurch gelingen, dass gleichgeschlechtliche Paare selbstverständlich in Gemeinden lebten und den Alltag mit anderen teilten.

Jeder Mensch behalte immer seine vom Schöpfer gegebene Würde: Der Präses verglich den Weg zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe mit dem Umgang mit Linkshändern. Noch vor wenigen Jahren sei ihre Veranlagung als ein Mangel betrachtet worden, den man umerziehen müsse. Heute würden Linkshänder selbstverständlich akzeptiert. So ähnlich könne es auch mit der Anerkennung der Homosexualität gehen. „Wir haben eine Wegstrecke zurückzulegen, und die Stationen sind: vom ‚Nein‘ über das ‚Nein, aber‘ zum ‚Ja, aber‘ bis zum ‚Ja'“, so der Präses.