Niederländische Soldaten erstmals in Uniform auf Amsterdamer Canal Pride

Zum ersten Mal dürfen heuer schwule und lesbische Soldaten in Uniform an der Canal Pride, der Parade auf Amsterdams Grachten, teilnehmen. Der Antrag einer Gruppe homosexueller Militärangehöriger sei genehmigt worden, teilte das niederländische Verteidigungsministerium heute mit. Zu dem Bootskorso werden am Samstag mehr als eine halbe Million Teilnehmer und Zuschauer erwartet.

Die Parade ist der Höhepunkt der jährlichen „Gay Pride“-Woche. Diesmal steht sie im Zeichen des 400. Jahrestages der Entdeckung Manhattans. Mit dem Schiff „Halve Maen“ war der von Amsterdamer Kaufleuten ausgesandte englische Kapitän Henry Hudson im April 1609 im Amsterdamer Hafen aufgebrochen und Anfang September vor der Insel aufgetaucht, die später zum Zentrum New Yorks wurde.

Deshalb wird der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen während des Bootskorsos fünf gleichgeschlechtliche Paare trauen: Ein Ehepartner kommt dabei jeweils aus den USA, der andere aus den Niederlanden. Cohen hatte am 1. April 2001 zum ersten Mal weltweit homosexuelle Paare standesamtlich getraut. An diesem Tag öffneten die Niederlande die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare – mit allen Rechten, inklusive der Adoption von Kindern.

In den vergangenen Jahren hat Amsterdams Ruf als Schwulenhauptstadt der Welt allerdings durch gewalttätige Angriffe auf Homosexuelle gelitten. Erst in der vergangenen Woche wurden ausgerechnet der Organisator der Canal Pride, Hugo Braakhuis mit einem Freund am belebten Rembrandtplatz in der Innenstadt von einer Gruppe junger Männer angepöbelt und geschlagen, weil sie sich in der Öffentlichkeit zum Abschied geküsst hatten.