Als schwul diffamierter Chefredakteur tritt zurück

Dino Boffo, Chefredakteur der katholischen italienischen Tageszetitung „L’Avvenire“ ist zurückgetreten.

„Ich kann nicht mehr ertragen, dass um meine Person sich weiterhin ein medialer Krieg entwickelt, der meine Familien erschüttert“, so Boffo, der zur Zielscheibe einer Zeitung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi wurde.

Dessen Blatt „Il Giornale“ hatte ausführlich über Justizprobleme Boffos berichtet. Dieser sei schwul und hatte laut dem Blatt 2004 die Ehefrau eines homosexuellen Freundes wiederholt bedroht. Er sei deshalb zur Zahlung einer Geldstrafe verurteilt worden, so „Il Giornale“.

Der Bericht hatte helle Empörung im Vatikan ausgelöst. Ein geplantes Treffen zwischen Berlusconi und dem vatikanischen Staatssekretär Tarcisio Bertone wurde abgesagt. Boffo hatte am Donnerstag einen Leitartikel veröffentlicht, in dem er „Il Giornale“ Verleumdung vorgeworfen hatte.