BZÖ-Stadler gibt sich bei Homosexualität liberal

Für einen konservativen Katholiken fast schon liberal sind die Aussagen des BZÖ-Politikers Ewald Stadler über Homosexualität, die in der morgigen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „News“ erscheinen.

In einem großen Interview sagt er über sein Familienbild unter anderem, Sex sei „freilich generell nur in der Ehe zulässig“. Dort sei dann alles erlaubt, „was nicht gegen die Würde eines der Ehepartner“ verstoße. Sadomasochismus sei, so Stadler, beispielsweise niemals erlaubt.

Ob Praktiken gestattet seien, die männliche Homosexuelle gerne ausüben, lässt Stadler offen: „Dazu macht die Lehre der Kirche keine Vorgaben.“ Zudem: „Wenn es eine homosexuelle Prägung gibt, ist sie gottgewollt oder von Gott zugelassen. Wenn also jemand homosexuell empfindet, hat er Anspruch darauf, dass ihn der Katholik respektiert“, gesteht Stadler Lesben und Schwulen prinzipiell Sex zu. Ob Homosexualität für ihn eine solch gottgewollte Prägung oder eine Krankheit ist, lässt Stadler in dem „News“-Interview aber offen. Ihm wird eine Nähe zu den radikalkatholischen Piusbrüdern nachgesagt, die Homosexualität für eine nicht entschuldbare Perversion halten und immer wieder gegen die „homosexuellen Moralvergifter“ demonstrieren, zum Beispiel am Rande des CSD Stuttgart.

In anderen Punkten ist das Weltbild des sechsfachen Vaters aber sehr wohl klassisch konservativ: So erklärt er in dem „News“-Interview, eine sakramentale Ehe könne nicht geschieden werden. Und Abtreibungen stellen für ihn „nach unserer Rechtsordnung eine Tötungshandlung“ dar.

Dabei zieht er auch Parallelen zum Holocaust: „Ich halte es mit Bischof Andreas Laun, der gemeint hat, moralisch führen die gleichen Gleise zur Abtreibung und in die Vernichtungslager der Nazis“, so Stadler in „News“. Zuletzt hatte er auch an der Demonstration von Abtreibungsgegnern gegen die 30-Jahr-Feiern des Wiener Ambulatoriums „pro:woman“ teilgenommen.

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