Proteste wirkungslos, schwuler Nigerianer wurde abgeschoben

Die Demonstrationen und Appelle, den schwulen Nigerianer Cletus B. nicht in seine Heimat abzuschieben, waren umsonst: Gemeinsam mit zwanzig anderen Personen wurde er gestern Abend abgeschoben. Am Flughafen selbst demonstrierten etwa 35 Aktivisten gegen die Abschiebung.

B., dem Trainer des „FC Sans Papiers“ drohen in seiner Heimat bis zu 15 Jahre Haft. Im Norden Nigerias, wo er herkommt, gilt das islamische Recht, die Scharia. „Einen schwulen Asylwerber in ein Land mit Scharia-Recht abzuschieben, kann für homosexuelle Menschen das Todesurteil bedeuten.“, warnte gestern Mittag noch der offen schwule Wiener Gemeinderat Marco Schreuder. Allerdings war die Homosexualität von Cletus B. für die österreichischen Behörden kein Asylgrund – anders als in skandinavischen Ländern, den Niederlanden, Großbritannien oder Kanada.

Für heute sind weitere Aktionen geplant. Wie die Tageszeitung „Der Standard“ berichtet, soll ab 16.00 Uhr eine Demonstration bei der Rampe der Universität stattfinden. Außerdem will man eine ganztägige Kundgebung beim PAZ Rossauer Lände abhalten, so der Vereinspräsident des FC Sans Papiers und Herausgeber der Zeitschrift „Die Bunte Zeitung“, Di-Tutu Bukasa.

Letzten Donnerstag hatten rund 250 Demonstranten auf dem Hernalser Gürtel gegen die die Überstellung eines der Männer vom PAZ Hernals in das PAZ Rossauer Lände protestiert. Die Versammlung wurde von der Polizei aufgelöst, dabei wurden 42 Personen vorläufig festgenommen.