Muslime hätten kein Problem mit Homo-Schutz

Die Diskussion, ob Schutz vor Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung in die deutsche Verfassung aufgenommen werden soll, geht in die nächste Runde. Jetzt widersprechen muslimische Verbände dem von den konservativen Parteien CDU und CSU bestellten Gutachter Winfried Knuth, der erklärt hatte, dass der Schutz von Schwulen und Lesben in der Verfassung die Integration von Muslimen in Deutschland gefährde.

Aiman A. Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime (ZMD), macht klar: „Die Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen findet keine islamische Rechtfertigung. Ein umfassender Diskriminierungsschutz in der Verfassung für alle Menschen ist für das friedliche Zusammenleben in Deutschland notwendig.“, so Mazyek, der auch FDP-Lokalpolitiker und Gründer des Forums islam.de ist. Gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD Berlin) verwehrt er sich dagegen, Muslime gegen Homosexuelle zu instrumentalisieren.

Ähnlich scharfe Kritik kam vom „Türkischen Bund“: „Der Versuch, Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen ist menschlich verwerflich“, erklärt Mehmet Refik Safter Çinar, Vorstandssprecher des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (TBB) gemeinsam mit Gülhan Reifers, Leiterin des vom LSVD organisierten „Berliner Zentrums für Migranten, Lesben und Schwule“. Weiter heißt es: „Professor Kluth und die Union versuchen durch eine missbräuchliche Instrumentalisierung der Muslime, eigene Vorbehalte gegenüber Homosexuellen zu verschleiern. Das ist eine durchsichtige Strategie, die nicht aufgehen wird.“

Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes schützt vor Diskriminierung wegen des Geschlechtes, Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glaubens, religiösen oder politischen Anschauungen“ sowie Behinderung. SPD, Grüne und Linkspartei wollen das Merkmal „sexuelle Identität“ hinzufügen, CDU/CSU und FDP lehnen das jedoch kategorisch ab.