Wohnung für Lebensgefährten über Parlament abgerechnet

Nach nur drei Wochen im Amt hat die neue britische Regierung ihren ersten Rücktritt: Der liberaldemokratische Finanzstaatssekretär David Laws musste den Hut nehmen, weil er die Wohnung seines langjährigen Lebenspartners über das Parlament abgerechnet hat. Peinlich: Bis jetzt wusste nicht einmal seine Familie, dass Laws schwul ist.

Noch letzten Donnerstag sagte der Staatssekretär der „Times“, er sei Single. Nun stellt sich heraus, dass der millionenschwere Politiker von 2004 bis 2009 knapp 40.000 Pfund für eine angebliche Zweitwohnung über das Parlament abgerechnet hat. In dieser Wohnung wohnte allerdings nicht der Politiker, sondern sein Freund James Lundie, der für eine Lobbyfirma arbeitet. Das Parlament hat die Abrechnung für Mieten von Immobilien eines Lebens- oder Ehepartners 2006 verboten. Laws will die nach diesem Zeitpunkt unrechtmäßig abgerechneten Spesen „sofort“ zurückzahlen.

Seine Entschuldigung: Er wollte nicht „den Gewinn maximieren, sondern einfach, unsere Privatsphäre schützen“. Zu seinem Rücktritt gab Laws jetzt eine zerknautschte Erklärung ab: „Ich kann nicht erkennen, wie ich meine entscheidende Arbeit für Haushalt und Ausgabenprüfung erledigen kann, während ich mit privaten und öffentlichen Auswirkungen jüngster Enthüllungen klar kommen muss.“