Mehr HIV-Neudiagnosen bei Schwulen in Deutschland

In Deutschland hat sich die Zahl der Männer, die sich über gleichgeschlechtlichen Sex mit HIV infiziert haben, erhöht. Das geht aus dem Jahresbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor, der gestern veröffentlicht wurde. Insgesamt bleibt die Zahl der Neuinfektionen in unserem Nachbarland gleich.

So wurden im letzten Jahr 2.856 Neuinfektionen gemeldet, ein leichtes Plus von 0,5 Prozent. Bei 67 Prozent der Fälle war ungeschützter schwuler Sex der Grund für die Neuinfektion – ein Plus von 3,3 Prozentpunkten. Bei ungeschütztem heterosexuellem Geschlechtsverkehr gingen die Neuinfektionen um 1 Prozentpunkt auf 17 Prozent zurück.

Dramatisch ist der Anstieg von neu entdeckten Infektionen unter Männern, die Sex mit Männern haben, in Hamburg – von 91 Fällen im Jahr 2008 auf 137 im letzten Jahr. Berlin meldet einen leichten Rückgang von 338 auf 313 neu entdeckten Infektionen.

Das größte Risiko, sich bei schwulem Sex mit HIV anzustecken, liegt nach den Erkenntnissen des RKI bei den 25- bis 29-Jährigen, danach folgen die 30- bis 39-Jährigen und die 21- bis 24-Jährigen. Besonders bei den Jüngsten ist die Zahl der Neudiagosen angestiegen.

Allerdings macht das RKI darauf aufmerksam, dass die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen nicht unbedingt gestiegen sein muss: Es sei vielmehr möglich, dass sich durch die Präventionskampagnen mehr Menschen testen ließen und so mehr bereits bestehende Infektionen erkannt wurden.