Älteste Schwulenbar der USA muss nach 71 Jahren schließen

Die älteste Schwulenbar der USA schließt am 26. Juni nach 71 Jahren für immer ihre Pforten. Es handelt sich dabei um das „Cedar Brook Café“ in Westport, einer Stadt in Connecticut mit 25.000 Einwohnern.

Seit 1988 gehört die Bar dem 57-jährigen Clem Belairs. Er hatte sie gekauft, als das Lokal schon einmal geschlossen werden sollte und ein Strip-Club in das Haus einziehen sollte. Belairs war seit seinem 21. Geburtstag Stammgast in dem Lokal. Doch nach dem Tod des alten Besitzers haben seine Nachfolger die Miete verdoppelt – das kann sich der engagierte Wirt nicht mehr leisten.

Für Dan Woog, einen Experten in lesbischwuler Geschichte, ist das Ende des „Cedar Brook Café“ ein herber Verlust für die Community: „“In früherer Zeit, als Homosexuelle sich nur in Bars treffen konnten, war sie ein Zufluchtsort, in den 1970er Jahren wurde sie das Zentrum des schwulen Lebens in Fairfield County und in den 1980er Jahren, als immer mehr Lesben zur Schwulenbewegung stießen, half sie dabei, die schwule und lesbische Community zusammen zu bringen. Zu allen Zeiten war sie ein Initiationsritus für junge Leute, viele hatten dort erstmals Kontakt mit der schwul-lesbischen Community.“

Für sein persönliches Coming Out war die Bar auch wichtig: „Lange Zeit hatte das ‚Brook‘ etwas Geheimnisvolles für schwule und lesbische Teenager, die in Westport aufgewachsen sind. Du wolltest wissen, was drinnen los war, aber du wolltest nicht, dass das irgendjemand wusste. Ich habe so viele Leute da drinnen gesehen, die eine großartige Zeit hatten und sie selbst waren. Ich habe nicht gewusst, dass es in Fairfield County so viele Lesben und Schwule gab“, erinnert sich Woog an seine ersten Besuche in dem Traditionscafé.