Anschlag auf Büro der finnischen Lesben- und Schwulenorganisation

In Finnland wurde ein Büro der Lesben- und Schwulenvereinigung SETA Schauplatz eines Überfalls. Das ist der zweite Anschlag auf die finnische Lesben- und Schwulenszene innerhalb weniger Tage.

Wie die Tageszeitung „Helsingin Sanomat“ berichtet, schlugen Unbekannte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Fenster des Büros ein und beschmierten die Türe mit einem Hakenkreuz.

Die Tat wurde quer durch alle politischen Lager Finnlands verurteilt. Darunter auch von Außenminister Alexander Stubb, der während seiner Zeit als Europaparlamentarier auch Mitglied der LGBT-Intergroup war. Stubb hatte auch den Ehrenschutz für die Parade übernommen.

Unklar ist, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag in dem Büro und einer Attacke auf die Lesben- und Schwulenparade in Helsinki gibt. Dabei haben Samstag vor einer Woche mehrere Vermummte die Teilnehmer mit Tränengas und Pfefferspray attackiert. Die Polizei konnte drei Männer zwischen 18 und 20 Jahren festnehmen, fahndet aber nach Hintermännern. Nach Informationen von „Helsingin Sanomat“ sollen die Männer Verbindungen zur finnischen Neonazi-Szene haben.

Verständnis für die Gewalttaten zeigt die kleine religiös ausgerichtete christdemokratische Partei Finnlands: Asmo Maanselkä, seines Zeichens Gemeinderat von Jyvaskyla, erklärte in einem Leserbrief, dass die Teilnehmer der Parade selbst daran schuld seien, dass sie mit Reizgas angegriffen wurden: Die Parade sei „eine Provokation gegen traditionelle Werte“. Anstatt solche Provokationen zu veranstalten, sollten Finnlands Lesben und Schwule lieber „die Werte der Mehrheit respektieren und die finnische Kultur unbehelligt lassen“, so Maanselkä.