Junger Schwuler in Israel von eigener Familie entführt

In Israel ist ein 19-jähriger Schwuler offenbar von seiner eigenen Familie entführt worden, weil diese mit seiner Homosexualität nicht zurechtkam. Sie hielten ihn zwölf Stunden lang gefangen, dann konnte die Polizei ihn befreien. Das berichtet das israelische Portal „Ynet“.

Der junge Mann, der in den Berichten Angel genannt wird, zog vor kurzer Zeit aus seiner Heimatstadt Tamra im Norden Israels in das liberale Tel Aviv, um offener und sicherer zu leben. Doch dabei hat er offenbar nicht mit der Hartnäckigkeit seiner Verwandtschaft gerechnet: Auch nach seinem Umzug bedrängten sie ihn, in seine Heimatstadt zurückzukehren und sich dort „wie ein normaler Mensch“ zu verhalten. Dabei drohten sie Angel offenbar auch – er erstattete bereits bei der Polizei von Tel Aviv Anzeige gegen seine Verwandten.

Doch am Montag eskalierte der Konflikt: Als Angel mit zwei Freunden nach Hause kam, warteten bereits vier seiner Verwandten auf ihn. Sie setzten seine Freunde mit Pfefferspray außer Gefecht und schnappten sich den 19-Jährigen.

Seine Freunde riefen sofort die Polizei. Als die Verwandten nach zwölf Stunden an dem geplanten Versteck in Tamra ankamen, wurden sie bereits von Beamten erwartet. Während dieser Zeit erlebte Angel eine Tortur. Medienberichten zufolge wurde er von seinen Entführern geschlagen und bedroht.

Dem entsprechend ernst nimmt auch Miri Peled, leitender Offizier der Polizei von Tel Aviv, die Entführung: „Es ist ein ernster Vorfall, weil jemand wegen seines Lebensstils entführt wurde.“ Angel ist mittlerweile wieder in Tel Aviv. „Ynet“ sagte er: „Sie wollen, dass ich heirate, aber das interessiert mich nicht. Ich möchte mein Leben einfach so leben, wie ich es heute tue.“