Bekommt schwuler Serbe in den USA Asyl?

In den USA könnte ein Serbe erstmals Asyl bekommen, weil er schwul ist. Ein Bundesgericht hat die Einwanderungsbehörde aufgefordert, den Fall von Mladen Zeljko Todorovic neu zu prüfen. Todorovic hat sich vor seinen Klassenkameraden im Jahr 1999 geoutet. Seit dem wurde er schikaniert und aus der Schule geekelt.

Nachdem ihn sein Vater geschlagen und aus dem Haus geworfen hatte, kam er zur Armee. Dort outeten ihn zwei ehemalige Klassenkameraden. Daraufhin wurde er von seinen Kameraden vergewaltigt und missbraucht, bis er die Vorgänge meldete. Daraufhin wurde er ausgemustert, seine Peiniger erhielten nur eine geringe Strafe.

Todorovic entschloss sich, seine Heimat hinter sich zu lassen und heuerte auf einem Kreuzfahrtschiff an. Als sein Schiff im April 2000 im Hafen lag, erzählte ihm sein damaliger Freund, dass die erste Schwulenparade in Serbien in gewalttätigen Ausschreitungen endete. Daraufhin entschloss er sich, um Asyl anzusuchen.

Bei seinem Asylantrag hat Todorovic sowohl seine medizinischen Akten, die die Misshandlungen belegen, als auch Artikel über die Lesben- und Schwulenverfolgung in Serbien beigefügt. Trotzdem hat das der zuständige Richter befunden, dass er kein Asyl bekommt – weil „dieser Mann nicht offen schwul zu sein scheint“. Diese Begründung gefällt dem Berufungsgericht nicht – es hat den Fall zur neuerlichen Entscheidung zurückverwiesen.