„Geheilter“ HIV-Patient macht Schlagzeilen

Der Fall eines Mannes, der von seiner HIV-Infektion geheilt wurde, macht derzeit in den USA Schlagzeilen. Allerdings ist der Fall nicht ganz neu: GGG.at hat bereits im November 2008 darüber berichtet.

Timothy Ray Brown ist als „Berliner Patient“ bekannt. Der US-Amerikaner, der in Berlin lebt, war nicht nur mit HIV infiziert, sondern litt auch an Leukämie. Um diese zu heilen, brauchte Brown eine Stammzellentherapie. Durch einen Zufall hatten die Stammzellen des passenden Spenders eine Mutation, die den Spender gegen den HI-Virus immun machten – und nach der Knochenmarkspende auch Brown.

Das Knochenmark des Spenders wies die Mutation Delta 32 auf. Dabei blockiert das veränderte Gen wie ein Torwart die Zellen, das Virus bleibt ausgesperrt. Diese Genmutation tritt allerdings nur bei etwa einem bis drei Prozent der europäischen Bevölkerung auf. Außerdem konnten die Ärzte bei Brown den Richtigen unter 80 Knochenmarkspender auswählen, in der Regel gibt es bei Leukämie aber weniger als fünf passende Spender.

Mittlerweile ist der Virus bei Brown seit drei Jahren nicht mehr nachweisbar. „Wir haben nicht nur das Blut untersucht, sondern auch Organe und das Zentrale Nervensystem“, erklärte der zuständige Charité-Arzt Gero Hütter im Jahr 2008. Als geheilt wollte er den Patienten damals aber nicht erklären: „Dieses Virus ist zu trickreich“, sagte Hütter. Es könnte sich gut verstecken, außerdem sei auch eine weitere Mutation, die den „Torwart“ vor den Körperzellen austrickse, denkbar.

Für andere Patienten ist das Verfahren aber nicht geeignet, um ihre HIV-Infektion zu zu heilen. Die Chance, einen passenden Spender zu finden, der auch noch die Gen-Mutation aufweist, ist sehr gering. Außerdem sei eine Stammzellen-Transplantation sehr gefährlich, betont Hütter.

Links zum Thema

  • GGG.at Gesundheit:HIV/Aids – die wichtigsten Fakten