Radikalchristen dürfen Arizona-Begräbnisse nicht stören

Einen Strich durch die Rechnung haben die Abgeordneten des US-Bundesstaates Arizona der Westboro Baptist Church (WBC) gemacht: Sie haben ein Gesetz verabschiedet, das Demonstrationen in der Nähe von Trauerfeiern untersagt.

Die WBC hatte bereits kurz nach dem Attentat auf die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords klar gemacht, dass der Tod von sechs Menschen für sie die Rache Gottes gegen Schritte sei, die Gesetzgeber und Gerichte gegen die WBC eingeleitet haben: „Euer Bundesrichter ist tot und eure (schwuchtelfördernde, baby-tötende, stolz sündigende) Kongressabgeordnete kämpft um ihr Leben. Gott rächt sich an diesem ungehorsamen Haus! Die WBC betet für Eure Zerstörung – mehr Schützen, mehr tote Körper, die sich auftürmen, junge und alte, Führer und Gefolge – alle“, heißt es auf der WBC-Homepage. Außerdem hatten sie angekündigt, morgen bei der Beerdigung der neunjährigen Christina Taylor Green, die bei dem Amoklauf erschossen wurde, protestieren zu wollen.

Durch solche Proteste, vor allem bei Militärbegräbnissen, erlangte die Kirche bereits öfter internationale Aufmerksamkeit. Dabei halten sie auch gerne Schilder mit Aufschriften wie „God hates fags“ hoch und behaupteten, der Tod der Soldaten Gottes Strafe für die Tolerierung von Homosexualität in den USA.

Doch das Parlament von Arizona hat nach den ersten Ankündigungen der WBC ein Gesetz beschlossen, das Proteste gegen Trauerfeiern und Beerdigungen im Umkreis von 100 Metern verbietet. „Es ist einfach schrecklich, dass sich die Leute mit so etwas beschäftigen müssen. In Zeiten großer Schmerzen für unser Land sollten wir das nicht tun müssen“, sagte die demokratische Senatorin Kyrsten Sinema zu dem Gesetz.

Die WBC-Aktivisten kündigten daraufhin an, in rund 300 Metern Entfernung zu Greens Beisetzung demonstrieren zu wollen. Allerdings wollen Freiwillige auch dann die Familie des Opfers von den radikalen Demonstranten abschirmen.