FPÖ Wien: Schwere Angriffe gegen Rechtskomitee Lambda

Schwere Angriffe der FPÖ Wien muss derzeit das Rechtskommitee Lambda (RKL) erdulden. In einer Presseaussendung wird die Bürgerrechtsorganisation für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender als „österreichische Pädophilen-Lobby“ bezeichnet.

Grund für diesen Angriff ist, dass die Stadt Wien Barbara Heilige, ehemalige Präsidentin der Richtervereinigung, als Vorsitzende einer Kommission eingesetzt hat, die Missbrauchsfälle in Kinderheimen der Stadt Wien aufklären soll. Gegen diese Kommission wettert die FPÖ Wien. Deshalb schießen die Freiheitlichen medial nun auf Heilige, die auch im Kuratorium des RKL ist.

In einer Presseaussendung bezeichnet deren Obmann Johann Gudenus RKL-Präsidenten Helmut Graupner als „glühenden Verfechter der – wie er es nenn – ‚generationenübergreifenden Sexualität'“ und zitieren dabei einen Artikel aus dem Jahr 1999: „Bis zur Hälfte der Beziehungen von 12- oder 13-Jährigen zu Erwachsenen ist durch eine gegenseitige Zuneigung begründet“.

Damit kopieren die Freiheitlichen einen Angriff, den deutsche Konservative im April 2010 auf Graupner durchgeführt haben. Sie zitieren auch den gleichen Artikel über generationenübergreifende Sexualbeziehungen, den Graupner 1999 für das „Journal of Homosexuality“ geschrieben hat – verschweigen aber, dass Graupner sich in diesem Artikel ausdrücklich von sexueller Gewalt gegen Kindern distanziert.

In dem Artikel sei „in keiner Weise (…) ein Plädoyer für eine Straffreiheit von Pädophilie oder für ein Recht auf pädophile Kontakte enthalten“, betonte Graupner damals gegenüber GGG.at: „Ganz im Gegenteil arbeite ich darin sogar die grundrechtliche Verpflichtung zur Kriminalisierung pädophiler Kontakte heraus.“