„Homo-Ehe gefährdet die Menschheit“

Ein echter Verfechter der christlichen Nächstenliebe dürfte aus Papst Benedikt XVI. wohl nicht mehr werden: Vor vatikanischen Diplomaten hat er die Öffnung der Ehe erneut als Gefahr für die Zukunft der Menschheit bezeichnet.

So meinte Benedikt bei seiner Neujahrsrede, die er vor 160 Diplomaten im Vatikan hielt, schwule und lesbische Ehen seien eine „Bedrohung für die menschliche Würde“.

Wie der Papst den Diplomaten weiter erklärte, sei die traditionelle Familie, die auf der Ehe zwischen Mann und Frau beruhe, nicht „einfach eine soziale Konvention, sondern die fundamentale Grundlage der gesamten Gesellschaft“. Politiker, die diese Basis aufweichten, indem sie Ehe oder Adoption für gleichgeschlechtliche Paare öffneten, seien eine „Bedrohung für die menschliche Würde und sogar für die Zukunft der Menschheit“, so der Heilige Vater.

Damit bekräftigt Benedikt XVI. seinen konservativen gesellschaftspolitischen Kurs. Angriffe hoher katholischer Würdenträger auf Schwule, Lesben und ihre Unterstützer haben schon Tradition: Vor gut zwei Wochen hat Francis George, seines Zeichens Kardinal von Chicago, schwullesbische Aktivisten mit dem rassistischen Ku Klux Klan gleichgesetzt und diese Aussagen zunächst auch verteidigt. Erst am Freitag gab er kleinlaut zu, dieser Vergleich sei „hetzerisch“ gewesen: „Ich bin sehr betrübt darüber, dass meine Aussage aufgefasst wurde, als ob ich alle Schwulen und Lesben als Mitglieder des Klans ansehe. Das glaube ich aber nicht, weil es offensichtlich unwahr ist“, so George.

Eine Entschuldigung des Papstes zu seinen Aussagen scheint hingegen aber eher unrealistisch – schließlich hatte er bereits beim Neujahrsempfang im letzten Jahr ohne großen Erfolg vor der Homo-Ehe gewarnt.