Hass-Sänger-Konzerte in Deutschland abgesagt

Nicht nur in Österreich sorgen Konzerte von Hass-Sängern aus Jamaika für Diskussionen. In Deutschland wurden jetzt eine gesamte Tournee nach Protesten abgesagt. Die Veranstalter des Wiener Konzerts hüllen sich jedoch weiterhin in Schweigen. Nun gibt es auch eine Unterschriftenaktion gegen den Auftritt.

Deutschland scheint kein guter Boden für Elephant Man zu sein. Auch er ruft in seinen Liedern zur Ermordung von Schwulen auf. Nach heftigen Protesten wurde die Europatournee abgesagt.

Zunächst fiel das Konzert in Aachen, das am 15. März geplant war. Es wurde nach Protesten der Initiative „Homophobie stoppen“ abgesagt. „Wir befürchten, am Veranstaltungstag nicht für die Sicherheit unseres Publikums garantieren zu können“, so die Veranstalter.

Jetzt wurde bekannt: Die gesamte Europatournee von Elephant Man wurde wegen weggefallener Auftritte in anderen Städten komplett abgesagt.

Dass Elephant Man nun auch nicht am Freitag in Berlin spielt, beruhigt Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Berlin-Brandenburg: „Wir sind sehr froh über diese Entscheidung“, so Steinert. „Dass diesem gegen Menschen hetzenden Interpreten auch in Berlin kein Podium geboten wird, ist die richtige Entscheidung.“ Der Veranstalter wollte sich offiziell nicht äußern, intern heißt es, die Absage habe nichts mit den Protesten zu tun.

Keinen Kommentar gibt es hingegen von den Veranstaltern des Sizzla-Konzertes in Wien. Dieser Hass-Sänger soll am 26. März im Wiener Reigen auftreten. Auf einen offenen Brief des Grünen Bundesrates Marco Schreuder haben die Veranstalter bis jetzt noch nicht reagiert.

Dafür gibt es mittlerweile auf change.org eine Petition gegen den Auftritt von Hass-Sängern. Mit einem einfachen Klick kann man gegen die Europa-Tournee von Sizzla protestieren.

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