Von Neonazis gefoltert: Junger Chilene tot

Traurige Nachrichten kommen heute aus Chile: Daniel Zamudio, der Anfang März mutmaßlich von Neonazis gefoltert wurde, ist gestern seinen Verletzungen erlegen. Das teilte das behandelnde Krankenhaus mit.

Nachdem sein Tod bekannt wurde, stürmten mehr als 500 Menschen zum Krankenhaus. Sie zündeten Kerzen an, um ihm zu gedenken. Unter den Trauernden war auch der chilenische Innenminister Rodrigo Hinzpeter.

„Wir bedauern das sehr, denn der Tod steht für eine große Ungerechtigkeit gegenüber der Gemeinschaft“, so Emilio Villalón, Direktor des Krankenhauses. Jaime Parade, Sprecher der schwullesbischen Gruppe MOVILH bezeichnete ihn als „Märtyrer“: „Er ist ein Opfer der Homophobie, des Hasses, den einige auf die haben, die eine andere sexuelle Orientierung haben“, sagte Parade, der sichtlich mit den Tränen kämpfte.

Daniel Zamudio wurde am 3. März in einem Park gefunden, nachdem er stundenlang gefoltert wurde. Die Polizei hat für den Angriff mittlerweile vier Burschen zwischen 19 und 25 Jahren festgenommen. Sie sind bereits in der Vergangenheit durch fremdenfeindliche Äußerungen aufgefallen.

Im Krankenhaus stellten die Ärzte unter anderem schwere Kopfverletzungen, mehrere Knochenbrüche, ein teilweise abgeschnittenes Ohr, Abdrücke von Zigaretten an Bauch und Bein sowie ein auf die Brust geritztes Hakenkreuz fest. „Es war furchtbar. Er wurde entstellt und verbrannt“, sagte die Mutter des Verstorbenen. „Ich wünschte, das wäre ein Traum und ich sähe meinen Sohn, der mich umarmt.“

Die Ärzte versetzten den 24-Jährigen in künstlichen Tiefschlaf. Zunächst hieß es, seine Verletzungen wären nicht lebensgefährlich. Am 19. März erlitt Zamudio einen Herzstillstand, sein Zustand verschlechtete sich weiter. Gestern stellten die Ärzte seinen Hirntod fest. Seine Peiniger werden nun wegen Mordes angeklagt.