Schwules Pinguinpaar sieht Vaterfreuden entgegen

Seit sechs Jahren sind die beiden Eselspinguine Inca und Rayas ein Paar. Jedes Jahr bauen sie ein Nest in ihrem Gehege im Faunia Park in Madrid. Nur ein Ei haben die beiden darin noch nie ausgebrütet. Denn die beiden Pinguine sind das bekannteste gleichgeschlechtliche Vogelpaar Spaniens. Jetzt sehen sie Vaterfreuden entgegen.

Denn die Wärter haben sich von den traurigen und sehnsüchtigen Blicken, die das Männerpaar in Richtung der anderen Nester geworfen hat, erweichen lassen, und aus einem anderen Nest das zweite Ei gestohlen, um es Inca und Rayas unterzujubeln.

Inca hat sofort die Mutterrolle übernommen – seit einem Monat sitzt er fast ununterbrochen auf dem Ei. Rayas hingegen kümmert sich um das Futter für das Pinguinküken. Er stopft derzeit Futter ohne Ende in sich hinein. Pinguine können ihre eigenen Verdauungsbakterien zerstören, wodurch die Fischvorräte im Bauch bis zu drei Wochen lang genießbar bleiben.

Seit sie sich um das Ei kümmern, sind die Pinguine richtig aufgeblüht, erzählen die Wärter: „Wir wollten, dass die beiden einen Grund haben, zusammen zu bleiben. Ansonsten hätten sie depressiv werden können.“, erzählt Pflegerin Yolanda Martin.

Schwule Pinguinpaare, die Eier ausbrüten und den Nachwuchs aufziehen, sind nicht selten: Sowohl in einem Zoo in China als auch in Bremerhaven gibt es Männerpaare, die erfolgreich Eier ausgebrütet und Küken großgezogen haben.