[Video] Umjubelter Kurzfilm ‚Homophobia‘ gestern im Pride Village

Selten hat ein österreichischer Kurzfilm so viel Aufmerksamkeit erreicht wie Gregor Schmidinger „Homophobia“. Gestern war das 23-minütige Werk im Pride Village am Wiener Rathausplatz zu sehen.

Der Film zeigt eindrücklich, was Homosexualität in Österreich abseits von Großstadt und Regenbogenparaden bedeuten kann: Ein Grundwehrdiener, an der österreichisch-ungarischen Grenze stationiert, entdeckt, dass er sich von seinen Kameraden angezogen fühlt. In ihrer letzten gemeinsamen Nacht entladen sich die Gefühle – in sozialer Isolation und mit geladenen Waffen.

Schmidinger, der das Drehbuch geschrieben, Regie geführt und den Film produziert hat, stellt dabei nicht den Hass auf Homosexuelle ins Zentrum seiner Arbeit, sondern die Phobie.

Nun soll der Film auf Festivals gezeigt werden – und an Schulen, um dort Themen wie Homophobie und Selbstakzeptanz auch mithilfe des Films besser diskutieren zu können.

Das Happy End, das eigentlich im Drehbuch vorgesehen war, ließ Schmidinger deshalb im fertigen Film weg: „Gerade auch deswegen kam ein kitschiges Film-Happy-End für mich nicht in Frage, denn im realen Leben läuft es nun einmal nicht so ab. Ich denke und hoffe aber dennoch, dass die positive Note am Filmende durchkommt“, erklärt der Filmemacher dem „Kurier“.

Wie wichtig dieser Film, der seine Premiere am Internationalen Tag gegen Homophobie (IDAHO) am 17. Mai hatte, ist, zeigt eine Studie der Uni Salzburg aus dem Jahr 2004: Demnach versuchen Homosexuelle sieben Mal öfter als Heterosexuelle, sich umzubringen. Das heißt, fast jeder dritte Suizidversuch in Österreich wird von einem gleichgeschlechtlich orientierten Menschen begangen.

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