Staatsanwälte in Illinois wollen Verbot für Homo-Ehe nicht verteidigen

Im US-Bundesstaat Illinois können Lesben und Schwule nicht heiraten. Dagegen haben 25 gleichgeschlechtliche Paare geklagt – und die Rechtsvertreter des Bundesstaates werden ihnen dabei nicht im Weg stehen.

Normalerweise ist es die Aufgabe von Generalstaatsanwältin Lisa Madigan und Bezirksstaatsanwältin Anita Alavarez, die Gesetze des Bundesstaates zu verteidigen, wenn jemand dagegen klagt. Allerdings haben sie die Verteidigung jener Stelle abgelehnt, die die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Denn diese würde den Gleichheitsschutz der Verfassung von Illinois verletzen.

„Ich habe einen Eid geschworen, als ich vereidigt wurde, die Verfassung von Illinois zu verteidigen, und ich glaube, das mache ich jetzt“, erklärt Alvares. „Ich werde nicht etwas verteidigen, von dem ich glaube, dass es die Verfassung verletzt.“

Unter Rechtsexperten ist diese Entscheidung nicht unumstritten – einige vertreten die Meinung, dass die Staatsanwälte Gesetze immer verteidigen müssen, unabhängig von ihrer eigenen Meinung. Befürworter des Eheverbots suchen nun nach einer Lösung, wie sie ihre Meinung doch noch in den Gerichtssaal bringen können. „Wenn es keine Begründung oder unterschiedliche Meinungen gibt, kann man nicht wirklich ein faires Urteil bekommen“, erklärt Peter Breen von der Thomas More Society, die der römisch-katholischen Kirche nahesteht.

Illinois ist ein Nachzügler, wenn es um die Rechte von Lesben und Schwulen geht: So hat der Bundesstaat erst letztes Jahr die Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt. Allerdings unterstützt auch der Demokratische Gouverneur von Illinois, Pat Quinn, die Öffnung der Ehe. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag bleibt allerdings im Parlament des Bundesstaates stecken.

In der US-Hauptstadt Washington und sieben Bundesstaaten – Connecticut, Iowa, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New York und Vermont – können Lesben und Schwule bereits heiraten.