USA genehmigt HIV-Heimtest

In den USA soll ab Oktober zum ersten Mal ein HIV-Heimtest angeboten werden dürfen.

So hat die Gesundheitsbehörde FDA den Test „OraQuick“ erstmals auch für den Gebrauch zu Hause zugelassen. Bis jetzt durften nur Ärzte den Test, der über den Speichel nach 20 bis 40 Minuten ein Ergebnis liefert, verwenden.

Die FDA will damit Menschen erreichen, die für einen HIV-Test nicht zum Arzt gehen wollen. „Die Erhältlichkeit dieses HIV-Tests ist eine weitere Option für Menschen, sich testen zu lassen, damit sie im Fall eines Falles medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können“, so FDA-Sprecherin Karen Midthun. Der Preis des Tests soll unter 60 Dollar, umgerechnet 48 Euro, liegen.

Doch die Zulassung des Heimtests, die schon 2005 beantragt wurde, ist nicht unumstritten: Zum einen ist er nicht sicher – 8 Prozent der HIV-Positiven bekommen ein negatives Ergebnis, 1 Prozent der HIV-Negativen eine positive Diagnose. Besonders hoch ist die Fehlerquote, wenn der Test nicht von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wird.

In Österreich sind solche Heimtests nicht zugelassen. Zwielichtige Unternehmer vertreiben sie aber trotzdem über das Internet. Hier raten Aids-Hilfe und das zuständige Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BAGS) von solchen Produkten ab: „Bei der Anwendung dieser Tests besteht gemäß den vorliegenden Informationen der dringende Verdacht der Gefährdung der öffentlichen Gesundheit, da falsch negative Diagnosen zu HIV-Infektionen weiterer Personen führen können und positive Diagnosen ohne ärztliche Betreuung zu unüberlegten Reaktionen der Anwender führen können“, warnt das BAGS bereits im Juli 2010.