Schottische Katholiken machen gegen Ehe-Öffnung mobil

Dass die schottische Regierung die Ehe für Lesben und Schwule öffnen möchte, sorgt in der römisch-katholischen Kirche für Aufregung: Kardinal Keith O’Brien, Erzbischof von St. Andrews und Edinburgh und Vorsitzender der schottischen Bischofskonferenz, fordert sogar eine Volksabstimmung.

Die linksliberale „Scottish National Party“ (SNP), die an der Regierung ist, wird heute vermutlich beschließen, ob dem schottischen Parlament ein Gesetzesvorschlag zur Ausweitung des Ehe-Begriffes vorgelegt wird. Das schottische Parlament hat sich bereits mit knapper Mehrheit bei einer nicht-bindenden Sondierung für eine Änderung des Ehe-Gesetzes ausgesprochen.

Nun möchte die römisch-katholische Kirche Schottlands die Notbremse ziehen: Kardinal O’Brien hat sich in der Tageszeitung „The Scotsman“ dafür ausgesprochen, das Thema einer Volksabstimmung zu unterziehen. Die Menschen hätten ein Interesse an „fundamentalen moralischen Fragen“. so der Geistliche.

So hätte es etwa 80.000 Rückmeldungen bei der Regierung gegeben, während es auf ein geplantes Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien nur 26.000 gewesen wären, erklärt O’Brien.

Er warnte davor, „unser Verständnis für gewisse Grundwerte der menschlichen Gesellschaft“ einfach zu vergessen. Der BBC zufolge möchte die römisch-katholische Kirche mit einer Kollekte bis zu 100.000 Pfund sammeln, um eine „Scotland for Marriage“-Kampagne zu starten.

Wie eine Volksabstimmung über die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule ausgehen würde, ist ungewiss: Der schottischen Zeitung „The Herald“ zufolge würde das Ergebnis knapp ausfallen, in einer zweiten Umfrage, die das Marktforschungsinstitut „Ipsos Mori“ im Juni durchgeführt hatte, erklärten hingegen 68 Prozent erklärt, sie hätten kein Problem mit der Ehe-Öffnung.