Schwuler Politiker will italienischer Ministerpräsident werden

Die italienischen Parteien rüsten sich für die Parlamentswahlen im Frühling 2013. Die Demokratische Partei (PD), ein Mitte-Links-Bündnis, ist auf der Suche nach ihrem Spitzenkandidaten. Gute Chancen dafür hat auch der offen schwule Nichi Vendola.

Dafür muss Vendola eine Vorwahl gewinnen: In einer ersten Wahl am 25. November dürfen nicht nur Parteimitglieder, sondern alle Bürger teilnehmen. Am 2. Dezember findet dann die Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten statt, die beim ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben.

Nichi Vendola ist Chef der Linkspartei SEL und Präsident der süditalienischen Region Apulien. Er will sich unter anderem für soziale Fairness und Bürgerrechte einsetzen. Besonders will er die Rechte von gleichgeschlechtlichen und nicht verheirateten Paaren stärken. Das sorgt allerdings für Unmut beim katholischen Flügel der PD.

Eigentlich sollte Pierluigi Bersani, Parteichef der PD als Spitzenkandidat in die Wahl gehen. Doch er wollte eine Vorwahl: „In der heutigen Gesellschaft gibt es keine unkündbaren Arbeitsplätze mehr, das gilt auch in unserer Partei. Bei uns ist niemand abgesichert, auch ich nicht“, erklärt der 60-jährige.

Und so muss er sich Gegenkandidaten wie Vendola oder dem Florenzer Bürgermeister Matteo Renzi stellen. Renzi gilt als einer der Hoffnungsträger der Linken. Er will einen Generationenwechsel in der italienischen Politik einleiten.