Ungarische Christdemokraten ‚bestürzt‘ über Familienkarte für Homo-Paare

„Tief bestürzt“ sind die ungarischen Christdemokraten über die Tatsache, dass der ungarische Fußballverband MLSZ eingetragenen gleichgeschlechtlichen Paaren die gleichen Familienrabatte gewährt wie heterosexuellen Familien.

Wie der Pester Lloyd berichtet, hat der Fußballverband seine Preisliste in Zusammenarbeit mit der Lesben- und Schwulenorganisation „Háttér“ und der staatlichen Gleichstellungsbehörde angepasst. Die Christdemokraten, die gemeinsam mit der rechtskonservativen Fidesz regieren, finden es nun zwar „schön, dass mehr Menschen leichteren Zugang zu Fußballspielen“ bekämen, es sei aber „beängstigend“, dass das „natürliche Familienmodell“ derart „ausgedehnt“ werde. Denn die Christdemokraten betonten, für sie „und die Mehrheit der ungarischen Gesellschaft beruht die Familie auf der Ehe und Kindern“.

Der ungarische Fußballverband ist nun in einer Zwickmühle: Hätte er seine Tarife nicht geändert, wäre er von Háttér vor dem EGMR geklagt worden. Nun möchten ihn die Christdemokraten vor den ungarischen Kadi zerren. Und könnten damit sogar durchkommen. Denn die ungarische Verfassung definiert die Familie als Verbindung von Mann, Frau und Kindern.