Russland: Neues Anti-Homo-Gesetz während Olympia

Für neuen Konfliktstoff sorgt das russische Parlament: Es möchte ein Gesetz, das Lesben und Schwulen ihre Kinder wegnehmen möchte, im Februar verhandeln – während in Sotschi die Olympischen Winterspiele stattfinden.

Die Erweiterung zum Familienrecht würde vorsehen, dass der Staat Eltern das Sorgerecht entziehen kann, wenn diese „nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen“ haben. Diese Formulierung beschreibt in Russland in der Regel die Beziehungen von Lesben und Schwulen.

In den Erläuterungen zu dem Gesetz heißt es, es wäre im Einklang mit dem umstrittenen Gesetz gegen „Homo-Propaganda“, das Präsident Wladimir Putin im Juni unterschrieben hat. „Der Schaden für die Psyche des Kindes ist groß, wenn ein Elternteil sexuellen Kontakt mit dem gleichen Geschlecht hat“, so die Erläuterung.

Dabei beruft sich Gesetzes-Autor Alexey Zuravlew von der Putin-Partei „Einiges Russland“ auf eine umstrittene Studie des konservativen amerikanischen Psychologen Mark Regnerus. Er kommt zu dem Schluss, dass Kinder von lesbischen Müttern im Erwachsenenalter weniger verdienen und kränker sind. Schlüsse, die von anderen Experten als „nicht überzeugend“ bezeichnet wurden.

„Homosexuelle sollten keine Kinder erziehen“, ist sich Zuravlew trotzdem sicher. Es würde ihnen „mehr schaden als ein Waisenhaus“. Regnerus selbst verwehrt sich dagegen, dass die russische Propaganda dieses Gesetz vereinnahmt. In einem Artikel kritisiert er das Gesetz als „politisches Projekt“, das Kindern Schaden zufüge.