Chance verpasst: Daniela Iraschko wird nicht Olympia-Fahnenträgerin

ÖOC nominiert Benni Raich statt offen lesbischer Schispringerin

Daniela Iraschko-Stolz
Ailura/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Bis jetzt hat Österreich noch nicht viel Rückgrat gezeigt, wenn es um die Olympischen Winterspiele in Sotschi geht. Und das geht nun weiter: Wie heute Vormittag bekannt gegeben wurde, wird die offen lesbische Schispringerin Daniela Iraschko-Stolz nicht die Fahnenträgerin bei der Eröffnungszeremonie sein.

Stattdessen hat das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) den Alpinen Schiläufer Benjamin Raich als Fahnenträger bestimmt. Auch, wenn sich Raich bereits kritisch zu den homophoben Gesetzen in Russland geäußert hat, ist er für das ÖOC auf jeden Fall die bequemere Variante.

Iraschko-Stolz steht offen zu ihrer Homosexualität. Am 31. August 2013 ging Daniela Iraschko-Stolz in Innsbruck mit ihrer Partnerin, die Ärztin Isabel Stolz, in Innsbruck eine Eingetragene Partnerschaft ein. Das sehen die Sportlerin und ihre Frau auch als gesellschaftspolitisches Statement.

Im Vorfeld der Nominierung wurde sie auch dafür gelobt. Für ÖOC-Präsident Karl Stoss ist sie „eine ganz besondere Persönlichkeit“, die „ihre Position sehr sympathisch und sehr klar vertritt“. Der für Sport zuständige Verteidigungsminister Gerald Klug von der SPÖ erklärte, Iraschko-Stolz sei durch „die Art und Weise, wie sie mit ihrer Homosexualität umgeht“ ein „Vorbild für viele“.

Doch diesen Sonntagsreden folgen keine Taten. Offenbar hatte das ÖOC mit der Entscheidung gegen Iraschko-Stolz Angst vor der eigenen Courage.