To Russia With Love: Freitag Protestmarsch in Wien

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi rücken näher – und auch in Österreich rücken die Menschenrechtsverletzungen gegenüber Lesben und Schwulen stärker ins Scheinwerferlicht. Die Initiative „To Russia With Love“ organisiert am Freitag deshalb einen Marsch zum Österreichischen Olympischen Komitee und der russischen Botschaft im 3. Bezirk.

Dazu werden auch Teile der Ringstraße am Nachmittag für den Verkehr gesperrt. Die Demonstration beginnt um 17.00 Uhr an der Staatsoper, ab 17.30 geht der Zug dann über den Schwarzenbergplatz zum Rennweg. Dort hat das ÖOC in den Räumlichkeiten der Österreichischen Lotterien seinen Sitz. Danach geht es weiter in die Reisnerstraße, wo die Botschaft der Russischen Föderation beheimatet ist. Dort wird auch die Abschluss-Kundgebung stattfinden.

„Russland ist Mitglied im Europarat und hat die Europäische Menschenrechtskonvention unterschrieben, erlässt jedoch Gesetze, die sich gegen essentielle Menschenrechte richten. In der russischen Öffentlichkeit wird das Thema Homosexualität tabuisiert. Daher ist es wichtig, dass viele Staaten das Thema aufgreifen und die russische Regierung auffordern die homophoben Gesetze zurückzunehmen“, erklärt Gerd Picher von der Initiative „To Russia With Love Austria“ die Gründe für den Protest.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat im Juni des letzten Jahres ein Gesetz verabschiedet, dass Diskussionen über gleichgeschlechtliche Liebe und öffentliche Zuneigungsbekundungen unter Strafe stellt, wenn Minderjährige anwesend sein könnten. Damit wollte er unter anderem auch der konservativen russisch-orthodoxen Kirche seine Unterstützung zeigen. Seitdem ist die Zahl der Gewaltangriffe gegen Lesben und Schwule in Russland sprunghaft angestiegen.

Unterstützt wird der Marsch unter anderem von der Aids Hilfe Wien. „Die aktuelle homophobe Gesetzgebung in Russland, der damit verbundenen Anstieg an physischer Gewalt und die Ausgrenzung von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Menschen hat negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit“, betont Philipp Dirnberger, Geschäftsführer der Aids Hilfe Wien. Denn wer doppelt stigmatisiert ist, schweigt oder lässt sich nicht testen – und kann so weitere Menschen mit dem HI-Virus anstecken.

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