‚To Russia with Love‘: Demo in Wiener Innenstadt ein voller Erfolg

Ein voller Erfolg war der Protestmarsch des Bündnisses „To Russia with Love“ am Freitag durch die Wiener Innenstadt: Etwa 350 Aktivisten haben vor der Staatsoper, dem Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) und der russischen Botschaft gegen die homophobe Gesetzgebung in Russland demonstriert.

Massive Kritik gab es am ÖOC: Dieses hat auf die Bitte von „To Russia With Love“ nach einem Gespräch nicht reagiert. Stattdessen haben hohe ÖOC-Funktionäre wie ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel die umstrittenen Gesetze gegen „Homo-Propaganda“ sogar noch öffentlich verteidigt. Auch auf ein symbolisches Zeichen wie die Nominierung der offen lesbischen Schispringerin Daniela Iraschko-Stolz zur Fahnenträgerin verzichtete das Olympische Komitee.

Nun fordert „To Russia With Love“, ein Bündnis der wichtigsten schwul-lesbischen Organisationen Österreichs, den österreichischen Sportlern in Sotschi wenigstens Solidaritätsbekundungen gegen die homophoben Gesetze zu erlauben. Erst vor Kurzem hatte Schröcksnadel, einer der mächtigsten österreichischen Sportfunktionäre, den Sportlern in einem Interview eindringlich empfohlen, sich nicht politisch zu äußern.

Die Demonstranten forderten auf ihrer Route von der Staatsoper über der OÖC am Rennweg zur russischen Botschaft lautstark die Wahrung der Menschenrechte von Lesben und Schwulen in Moskau. Deren Lage hat sich seit dem Inkrafttreten der Gesetze gegen „Schwulenpropaganda“ – also positiven Äußerungen über Homosexualität, wenn Minderjährige anwesend sein könnten, massiv verschlechtert.

Bundeskanzler Werner Faymann hat unterdessen vor dem Europarat seine Entscheidung, zur Eröffnung der Olympischen Spiele nach Sotschi zu fahren, verteidigt. Der Boykott einer internationalen Sportveranstaltung sei „kein geeignetes Mittel“, die berechtigten Anliegen von Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen, so der Bundeskanzler. Im Gegensatz zu Faymann bleiben unter anderem der französische Präsident François Hollande, der britische Premier David Cameron und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck der Veranstaltung fern.