Markus Rumelhart wird erster offen schwuler Bezirksvorsteher Wiens

Der Wiener Bezirk Mariahilf bekommt den ersten offen schwulen Bezirksvorsteher: Der 38-jährige Markus Rumelhart von der SPÖ übernimmt das Amt am 30. April von der bisherigen Bezirkschefin Renate Kaufmann.

Rumelhart wurde bei der entscheidenden Sitzung der SPÖ Mariahilf mit großer Mehrheit gewählt. Wie Bezirksparteichef Peko Baxant berichtet, hat es unter den 35 Stimmberechtigten nur eine Enthaltung gegeben. Er sei sehr stolz, dass gerade seine Bezirkspartei den ersten offen homosexuellen Bezirksvorsteher stelle, so Baxant: „Das ist zwar kein Qualitätsmerkmal, jedoch ein ganz wichtiges Signal, das weit über die Bezirksgrenzen wahrgenommen wird“.

Markus Rumelhart möchte den sechsten Wiener Gemeindebezirk „noch bunter“ machen. Erste Erfahrungen hat er damit schon: Seit 2010 organisiert er das schwul-lesbische Straßenfest „Andersrum ist nicht verkehrt in Mariahilf“, das jährlich in der Otto-Bauer-Gasse stattfindet. Nun möchte er das Thema Diversität als „Nebeneinander verschiedener Kulturen, Generationen und sexueller Orientierungen“ noch tiefer im Bezirk verankern.

Zum Thema Mariahilfer Straße sagte Rumelhart, dass er mehr Querungen für den Autoverkehr unterstütze, der Durchgangsverkehr aber nicht gefördert werden dürfe. Er selbst wolle den Blick nun auf diverse andere Grätzelprojekte legen, so der neue Bezirksvorsteher.

Markus Rumelhart ist in Floridsdorf aufgewachsen. Er lebt seit fast zehn Jahren in Mariahilf und engagiert sich seit einigen Jahren auch in der Bezirks-SPÖ. Für die Sozialdemokraten sitzt er derzeit als Bezirksrat in der Mariahilfer Bezirksversammlung. Zu seinen bisherigen Arbeitgebern zählen unter anderem die Aidshilfe Wien und der Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen. Er ist in einer Beziehung mit Manuel Bräuhofer, dem Geschäftsführer von „Brainworker“, der ersten Diversity-Marketing-Agentur Österreichs.